Die Vereinigten Arabischen Emirate versuchen, die wirtschaftlichen Folgen der jüngsten militärischen Eskalation in der Region durch gezielte Fördermaßnahmen abzufedern.
Das Tourismusministerium von Dubai hat ein Programm ins Leben gerufen, das Einwohnern Sachprämien und Rabatte im Wert von umgerechnet rund 700 Euro in Aussicht stellt, wenn sie ausländische Besucher in das Emirat bringen. Die Vergünstigungen umfassen Nachlässe auf Hotelübernachtungen, Gastronomieangebote und Eintrittskarten für Freizeiteinrichtungen. Das Angebot ist bis Ende Oktober befristet und richtet sich an Angehörige und Bekannte von Einwohnern, die mit einem Visum für Touristen einreisen.
Hintergrund der Initiative sind erhebliche Einbrüche im internationalen Fremdenverkehr und im Luftverkehrssektor. Nach den militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und Angriffen auf die Infrastruktur im Frühjahr war der Flugverkehr in der Golfregion zeitweise massiv beeinträchtigt. Mehrere internationale Fluggesellschaften reduzierten ihre Verbindungen zum Drehkreuz Dubai oder stellten Strecken vorübergehend ein, was zu spürbaren Rückgängen bei den Belegungszahlen der lokalen Hotellerie führte. Vor Beginn der Auseinandersetzungen verzeichnete das Emirat mit nahezu 20 Millionen ausländischen Gästen pro Jahr hohe Besucherzahlen im Städtetourismus.
Nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörden stieß die Initiative in den ersten Tagen auf großes Interesse bei der Bevölkerung. Gleichwohl sehen Wirtschaftsanalysten in den Anreizprogrammen lediglich eine begrenzte Maßnahme zur Überbrückung der Nebensaison im Spätsommer. Das Erreichen der ursprünglichen Auslastungswerte hängt primär von der nachhaltigen Stabilisierung der Sicherheitslage im Persischen Golf und der vollständigen Erholung des internationalen Passagierverkehrs ab.
Die Entwicklung zeigt die Vulnerabilität von Wirtschaftsmodellen, die stark auf den Dienstleistungssektor, internationalen Transferverkehr und globalen Tourismus ausgerichtet sind. Um das Vertrauen internationaler Investoren und Reisender zurückzugewinnen, setzen die Behörden parallel auf verstärkte Sicherheitsvorkehrungen und gezielte Marketingkampagnen auf den wichtigsten Herkunftsmärkten in Europa und Asien.