Eurostar (Foto: Pixabay/Emil02050).
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Neue Zugverbindung ab Ende 2026: Eurostar verbindet London direkt mit Antwerpen

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Der Hochgeschwindigkeitszugbetreiber Eurostar erweitert sein Streckennetz auf dem europäischen Festland und bietet ab dem 14. Dezember 2026 eine direkte Zugverbindung von London St. Pancras International nach Antwerpen-Centraal an.

Bislang mussten Passagiere aus dem Vereinigten Königreich auf dem Weg in die belgische Hafenstadt am Bahnhof Brüssel-Süd umsteigen. Die direkte Umsteigeverbindung wird durch ausgewählte Züge der bereits bestehenden Linie von London nach Amsterdam realisiert. Die Fahrzeit auf der Hinreise verkürzt sich dadurch auf 2 Stunden und 41 Minuten. Geplant sind vier tägliche Abfahrten ab London, wobei die einfachen Ticketpreise bei 51 Pfund beziehungsweise rund 58 Euro anfangen.

In der Gegenrichtung bleibt das Reiseverfahren für die Passagiere jedoch vorerst unverändert. Wer von Antwerpen nach London reist, muss weiterhin im Bahnhof Brüssel-Süd umsteigen und dort die erforderlichen Grenzkontrollen absolvieren. Der Grund dafür liegt im Fehlen der notwendigen britischen Einreise-, Zoll- und Sicherheitsinfrastruktur am Bahnhof Antwerpen-Centraal. Da Passagiere nach Großbritannien vor der Abfahrt durch die Pass- und Gepäckkontrollen geführt werden müssen, behält die Rückfahrt nach London mit einer Gesamtdauer von etwa 3 Stunden und 30 Minuten ihren bisherigen zeitlichen Umfang bei.

Die Einführung der Teilstrecke verbessert die Schienenanbindung zwischen der britischen Hauptstadt und der zweitgrößten Stadt Belgiens deutlich. Insbesondere der Wirtschafts- und Tourismusverkehr zwischen beiden Regionen profitiert von der Verkürzung der Fahrzeit in Richtung Osten. Dennoch bleibt die betriebliche Umsetzung für den Bahnkonzern eine Herausforderung. Die Abwicklung von Grenzkontrollen außerhalb des britischen Staatsgebiets erfordert komplexe behördliche Abkommen zwischen den beteiligten Ländern, weshalb eine vollständige Direktverbindung in beide Richtungen ohne entsprechende Umbauten in Antwerpen auf absehbare Zeit nicht realisierbar ist.

Bahnanalysten verweisen darauf, dass die ungleiche Reisedauer je nach Fahrtrichtung die Attraktivität des Angebots im Vergleich zum Flugverkehr oder anderen Verkehrsmitteln einschränken könnte. Zudem setzt die Pünktlichkeit der Züge auf der stark frequentierten Trasse zwischen Brüssel, Antwerpen und Amsterdam eine hohe Verlässlichkeit der Schieneninfrastruktur in den Niederlanden und Belgien voraus. Das Angebot zeigt jedoch die anhaltende Nachfrage nach durchgehenden grenzüberschreitenden Hochgeschwindigkeitsverbindungen in Westeuropa.

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