Ein Vorfall im britischen Luftraum hat am Sonntagabend einen Abfangeinsatz der Royal Air Force (RAF) ausgelöst. Zwei Kampfjets vom Typ Eurofighter Typhoon starteten vom Luftwaffenstützpunkt RAF Coningsby in der Grafschaft Lincolnshire, nachdem eine Boeing 777-300ER der Fluggesellschaft Qatar Airways Bedenken bei den zivilen Luftfahrtsicherheitsbehörden hervorgerufen hatte.
Das Langstreckenflugzeug mit dem Luftfahrzeugkennzeichen A7-BAJ befand sich als Flug QR23 auf dem Weg vom Hamad International Airport in Doha zum Flughafen Manchester, als der Alarm für die Alarmrotteneinheit (Quick Reaction Alert) ausgelöst wurde.
Die Abfangjäger stellten im Luftraum über der Region Nottingham Sichtkontakt zu der Passagiermaschine her und begleiteten sie bis zu ihrem Zielflughafen. Weder die britischen Luftstreitkräfte noch Qatar Airways nannten bislang offizielle Details zum genauen Auslöser des Großalarms. In Branchenkreisen und unbestätigten Berichten von Beobachtern wird vermutet, dass ein temporärer Abriss des Funkkontakts zwischen den Piloten im Cockpit und der zivilen Flugsicherung vorlag. Solche Kommunikationsausfälle führen im britischen Luftraum standardmäßig zur Aktivierung militärischer Sicherheitsleitlinien, um mögliche Gefahrenlagen umgehend zu überprüfen.
Der Vorfall löste sich ohne weitere Komplikationen auf. Die Boeing 777 landete um 19:45 Uhr Ortszeit sicher auf dem Flughafen Manchester. Die Royal Air Force bestätigte im Anschluss, dass das Flugzeug zwar Anlass zur Sorge gegeben habe, die Lage jedoch zügig geklärt und unter Kontrolle gebracht werden konnte. Nach der Landung rollte die Maschine regulär an die Ankunftsposition, wo der Flugbetrieb ohne Beeinträchtigungen für den übrigen Aufkommen an den Terminals weitergeführt wurde.
Luftfahrt- und Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass Einsätze der Alarmrotte zwar klar definierten Notfallprotokollen folgen, aber erhebliche operative Kosten und personellen Aufwand verursachen. Der Vorfall unterstreicht die Strenge der Überwachung des europäischen Luftraums, zeigt jedoch gleichzeitig die Anfälligkeit des Systems bei punktuellen technischen Störungen der Funkverbindungen oder Fehlern in der Abfragenroutinen. Eine detaillierte Untersuchung der Flugsicherungsdaten soll nun klären, ob ein technischer Defekt an den Transpondern oder ein menschliches Versäumnis im Cockpit den Abfangeinsatz veranlasste.