Die staatliche montenegrinische Fluggesellschaft Air Montenegro hat ihre Pläne zur Wiederaufnahme der saisonalen Flugverbindung zwischen Tivat und Ljubljana für dieses Jahr vollständig aufgegeben.
Ursprünglich beabsichtigte das Unternehmen, die Strecke von Juni bis Ende Oktober zu bedienen. Nach einer ersten Überarbeitung des Flugplans war der Betriebszeitraum bereits auf den Monat September reduziert worden. Mittlerweile wurden auch diese verbliebenen Flüge gestrichen und aus den Buchungssystemen entfernt. Im Vorjahr bediente die Airline die Route noch vom späten Frühjahr bis Ende Oktober.
Als wesentlicher Grund für den Rückzug gilt die veränderten Marktbedingungen im slowenischen Markt, berichtet Ex-Yu-Aviation.com. Während slowenische Reiseveranstalter im Vorjahr noch auf die Kapazitäten von Air Montenegro zurückgriffen, sicherten sich die Veranstalter für die aktuelle Sommersaison Charterkapazitäten bei der kroatischen Fluggesellschaft Trade Air. Damit verlor der montenegrinische Anbieter ein bedeutendes Passagierkontingent auf der Verbindung an die Küstenregion.
Zusätzlich gerät Air Montenegro auf der ganzjährigen Verbindung zwischen den Hauptstädten Podgorica und Ljubljana unter Druck. Dort ist der Billigflieger Wizz Air in den Markt eingetreten und setzt auf der Strecke Großraumgeräte des Typs Airbus A321neo mit 239 Sitzplätzen ein. Das Management von Air Montenegro erklärte gegenüber Fachmedien, sich nicht auf einen Preiskampf mit dem Konkurrenten einlassen zu wollen, da ein kleinerer Anbieter in diesem Segment strukturell benachteiligt sei. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Servicequalität, Verlässlichkeit im Flugbetrieb und Zusatzleistungen.
Ob diese Ausrichtung ausreicht, um Marktanteile im Flugverkehr zwischen Montenegro und Slowenien zu sichern, bleibt unter Branchenbeobachtern umstritten. Wizz Air schließt zwar künftige Flüge nach Tivat wegen der anspruchsvollen Topografie und den operativen Einschränkungen des dortigen Flughafens vorerst aus, baut seine Präsenz in Podgorica jedoch weiter aus. Für Air Montenegro bedeutet die Absage der Tivat-Route einen Verlust an saisonalen Einnahmen im wichtigen Urlaubssegment.