Ein Airbus A320 der russischen Fluggesellschaft Aeroflot ist am 22. Juli 2026 auf dem Flug von Antalya nach Nischni Nowgorod beim Durchstarten in eine risikoreiche Fluglage geraten. An Bord des Flugzeugs befanden sich 152 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder.
Wegen schlechter Wetterbedingungen und eines heranziehenden Gewitters sah sich die Besatzung gezwungen, den ersten Landeanflug abzubrechen und durchzustarten. Ein zweiter Anflug verlief ohne weitere Zwischenfälle, sodass die Maschine schließlich sicher auf dem Zielflughafen aufsetzen konnte.
Wie Branchenberichte und Auswertungen von Flugdaten verdeutlichen, kam es während des Durchstartmanövers zu einer Kette von Fehlbedienungen im Cockpit. Nach dem Abbrechen des Anflugs überschritt das Flugzeug zunächst die für die aktuelle Landeklappenkonfiguration zulässige Höchstgeschwindigkeit. In der Folge zog der ausführende Pilot den Steuerknüppel so stark nach hinten, dass der Nickwinkel der Maschine auf über 33 Grad anstieg. Dies löste automatische Warnmeldungen vor einem unzulässig hohen Anstellwinkel sowie einer drohenden Gefahr des Strömungsabrisses aus. Ein Kontrollverlust konnte durch das automatische Schutzsystem der Airbus-Flugsteuerung und das korrigierende Eingreifen des Ersten Offiziers verhindert werden.
Als Ursache für den Zwischenfall nennen Untersuchungsberichte Orientierungsverlust und fehlerhafte Steuereingaben der Besatzung unter hoher Arbeitsbelastung. Nach dem Vorfall wurde das Flugzeug am Boden einer technischen Überprüfung unterzogen und anschließend wieder für den regulären Liniendienst freigegeben. Aviation-Experten verweisen in diesem Zusammenhang auf die anhaltenden Herausforderungen für russische Fluggesellschaften. Wegen der bestehenden Sanktionen verbleiben viele Piloten ohne Zugang zu regelmäßigen Simulatortrainings bei den westlichen Herstellern, was die Rezertifizierung und das Training von Notfallprozeduren erschwert.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von sicherheitsrelevanten Vorkommnissen im russischen Luftraum ein, die von Fachleuten auf eine Kombination aus menschlichem Versagen und veränderten Rahmenbedingungen im Flugbetrieb zurückgeführt werden. Zwar greifen in vielen Fällen die eingebauten Sicherheitsnetze der modernen Flugzeuge, dennoch unterstreicht der Fall in Nischni Nowgorod die Notwendigkeit von lückenlosen Trainingsstandards zur Vermeidung von Pilotenfehlern bei schwierigen Wetterlagen.