Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle hat am Montag auf dem Weg von Norwegen nach Kroatien eine unplanmäßige Landung am Flughafen Wien-Schwechat eingelegt.
Die Boeing 737-800 mit dem Kennzeichen LN-NHA befand sich auf dem Flug DY1922 von Oslo-Gardermoen nach Dubrovnik, als die Besatzung nach etwa zwei Stunden Flugzeit einen Riss in der Windschutzscheibe des Cockpits feststellte. Die Piloten meldeten den Vorfall der Flugsicherung, forderten eine Vorranglandung an und leiteten den Sinkflug auf die österreichische Hauptstadt ein.
Die Passagiere an Bord wurden über die geplante Zwischenlandung informiert, bevor das Flugzeug sicher in Wien aufsetzte. Wie die Fluggesellschaft Norwegian bestätigte, handelte es sich um Beschädigungen an der Cockpitverglasung. Das Flugzeug wurde am Boden einer technischen Überprüfung unterzogen, während die Airline ein Ersatzflugzeug sowie eine neue Besatzung organisierte, um die Fluggäste an ihr ursprüngliches Ziel in Dalmatien zu befördern. Die genaue Ursache für das Entstehen des Risses wird von Fachtechnikern untersucht.
Sicherheitsexperten aus der Luftfahrt weisen darauf hin, dass die Frontscheiben moderner Verkehrsflugzeuge aus mehrschichtigem, verstärktem Sicherheitsglas bestehen. Ein Riss betrifft in den meisten Fällen lediglich die äußere Schicht und führt nicht zu einem Druckabfall in der Kabine, weshalb keine unmittelbare Gefahr für die Struktur des Flugzeugs bestand. Häufige Ursachen für solche Schäden sind Vogelschlag, Mikrometeoriten, kleine Partikel in der Luft oder thermische Spannungen durch Fehlfunktionen der integrierten Scheibenheizung.
Für Norwegian stellt der Vorfall nicht das erste Vorkommnis dieser Art dar. In der Vergangenheit kam es bei Flugzeugen der Airline bereits zu vergleichbaren Zwischenfällen, bei denen Risse in Cockpitscheiben zu Kursabweichungen führten, darunter auf Flügen von Oslo nach London sowie auf einer Verbindung nach Nizza. Zwar greifen in solchen Fällen die standardisierten Sicherheitsprotokolle greifbar, dennoch führen die unplanmäßigen Umlenkungen regelmäßig zu Verzögerungen im Flugbetrieb und zu logistischem Mehraufwand für die Betreiber.