Das Welterbekomitee der UNESCO hat auf seiner 48. Tagung im südkoreanischen Busan die erweiterte Region des Olymps in die Liste des Welterbes aufgenommen. Die Entscheidung der Vertretungen erfolgte einstimmig nach Einreichung eines gemeinsamen Antrags des griechischen Kultur- sowie des Umwelt- und Energieministeriums.
Der Olymp wird dabei in der Kategorie der gemischten Erbestätten geführt, die sowohl kulturelle als auch naturräumliche Kriterien berücksichtigen. Durch diese Entscheidung steigt die Gesamtzahl der anerkannten UNESCO-Welterbestätten in Griechenland auf 21, wozu neben dem Olymp bereits die Klosteranlagen von Meteora und die Mönchsrepublik Athos gehören.
Die Begründung der Fachgremien verweist auf die Verbindung zwischen den physischen Gegebenheiten des Bergmassivs und dessen historischer Bedeutung. Der Olymp gilt als zentraler Ort der griechischen Mythologie, der durch die antiken Dichtungen von Homer und Hesiod geprägt wurde. Das Gebiet umfasst neben den Gipfelregionen auch archäologische Stätten an den Hanglagen, darunter die antike Stadt Dion. Aus naturräumlicher Sicht zeichnet sich die Region durch ein Mikroklima aus, das durch die Nähe zur Ägäis und die Höhendifferenzen begünstigt wird. Bereits im Jahr 1938 wurde der Kernbereich als erster Nationalpark Griechenlands ausgewiesen.
Der formalen Aufnahme ging eine mehrjährige Vorbereitungszeit voraus, die im Jahr 2014 begann und von der staatlichen Agentur für Umwelt und Klimawandel (OFYPEKA) koordiniert wurde. Im Zuge des Verfahrens kündigte die griechische Regierung Investitionen in Höhe von über zehn Millionen Euro an. Diese Mittel sollen in den Ausbau der Infrastruktur, die Regulierung des Besucherstroms und die Verwaltung der Parkgrenzen fließen. Nach Angaben der Behörden stehen die Bereitstellung von Zufahrtswegen und der Erhalt der Wegeinfrastruktur für den Bergtourismus im Vordergrund der geplanten Maßnahmen.
Branchenbeobachter und Regionalplaner weisen jedoch auf die logistischen Herausforderungen hin, die mit dem neuen Welterbestatus einhergehen. Der erwartete Anstieg der Besucherzahlen an den Hauptzugängen des Bergmassivs erfordert eine wirksame Verkehrssteuerung und strenge Betretungsregeln im Nationalpark. Ob die angekündigten Budgetmittel ausreichen, um den Spagat zwischen touristischer Nutzung und dem Schutz des Olymps dauerhaft zu bewältigen, hängt von der konsequenten Umsetzung der behördlichen Managementpläne ab.