Der Aufsichtsrat der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways hat die Vereinbarungen zur Erneuerung des nationalen Kollektivarbeitsvertrags für den Luftverkehr (CCNL) sowie der dazugehörigen Betriebsvereinbarungen offiziell genehmigt.
Wie das Unternehmen mitteilte, findet damit ein monatelanger Verhandlungsprozess mit den führenden Branchengewerkschaften seinen Abschluss. Die Einigung betrifft sowohl das Flieger- als auch das Bodenpersonal und sieht neben schrittweisen Lohnanpassungen Erweiterungen bei betrieblichen Sozialleistungen vor.
Die Tarifeinigung erfolgt in einer Phase, in der die operative Integration von ITA Airways in die Lufthansa Group vorbereitet wird. Nach der fusionskontrollrechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission hatten die Arbeitnehmervertreter Nachbesserungen bei den Vergütungsstrukturen gefordert, um das Lohnniveau der Beschäftigten an den Branchenschnitt europäischer Netzwerkmesslatten anzupassen. Die vereinbarten wirtschaftlichen Erhöhungen sollen den Inflationsausgleich sichern und die Arbeitsbedingungen durch Anpassungen bei den Einsatzplänen und Ruhezeiten stabilisieren.
Die Befriedung der Tarifkonflikte galt als wesentliche Voraussetzung für den vollumfänglichen Vollzug der Teilübernahme durch den deutschen Luftfahrtkonzern. Durch die Einigung mit den Gewerkschaften werden geplante Streikmaßnahmen im italienischen Luftverkehr abgewendet, was der Fluggesellschaft eine verlässlichere Flugplanungs- und Betriebssicherheit verschafft. Die Gewerkschaftsvertreter zeigten sich mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden, verweisen jedoch auf die ausstehenden Details bezüglich der langfristigen Beschäftigungsgarantien im Zuge der Flottenzusammenlegung.
Branchenbeobachter bewerten den Tarifabschluss als notwendigen Schritt, der jedoch die Personalkostenstruktur der italienischen Airline erhöht. Für das Management von ITA Airways und die Partner der Lufthansa Group entsteht dadurch ein zusätzlicher betriebswirtschaftlicher Konsolidierungsdruck. Um die Rentabilität des Unternehmens zu sichern, müssen die gestiegenen Lohnkosten durch Effizienzsteigerungen im Flugbetrieb sowie die Optimierung des Streckennetzes über das Drehkreuz Rom-Fiumicino kompensiert werden.