Für den Bau des neuen zentralen Großflughafens im Rahmen des polnischen Großprojekts Port Polska, früher bekannt unter dem Namen Centralny Port Komunikacyjny (CPK), hat die staatliche Projektgesellschaft die nächste Vergabephase eingeleitet.
Für die Ausrüstung des künftigen Passagierterminals mit Fluggastbrücken nehmen die zwei verbliebenen Anbieter, Adelte Airport Technologies und TK Airport Solutions, an einem wettbewerblichen Dialog teil. Von ursprünglich sechs Bewerbern qualifizierten sich diese beiden Spezialunternehmen für die Detailverhandlungen. Ziel dieses Dialogverfahrens ist die technische und betriebliche Abstimmung vor der Abgabe der finalen Preisangebote, die für das dritte Quartal 2026 vorgesehen ist. Die endgültige Auftragsvergabe soll im ersten Quartal 2027 erfolgen.
Der ausgeschriebene Vertrag umfasst die Fertigung, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von insgesamt 92 Fluggastbrücken, wovon 72 Einheiten im Festauftrag verbucht sind und 20 weitere über eine Option geregelt werden. Neben der physischen Installation beinhaltet der Auftrag auch die Erstellung der Detail- und Werkstattdokumentation sowie die anschließende Wartung der Infrastruktur nach der operativen Inbetriebnahme des Flughafens. Vorstands-Chef Filip Czernicki betont die Bedeutung der Anlagen für die Effizienz der Passagierabfertigung und die Verkürzung der Bodenzeiten von Flugzeugen am neuen Drehkreuz im Zentrum Polens.
Das Projekt Port Polska gilt als eines der umfangreichsten Infrastrukturvorhaben in Ostmitteleuropa und umfasst neben dem eigentlichen Flughafen auch ein weitverzweigtes Hochgeschwindigkeitsbahnnetz sowie Straßen- und Logistikverbindungen. Die Neuausrichtung des Großprojekts unter der aktuellen polnischen Regierung führte zu Anpassungen im Terminplan und der Kapazitätsplanung, um die Finanzierung und die Anbindung an den bestehenden Flughafen Warschau-Chopin realistisch zu gestalten. Die Investitionen sollen die Kapazitäten für den internationalen Luftverkehr in Polen deutlich erweitern und die Anbindung der Region an das globale Streckennetz stärken.
Branchenbeobachter verweisen jedoch auf die anhaltenden Risiken hinsichtlich des engen Zeitplans und der enormen Kapitalkosten. Die termingerechte Fertigung und Montage von 92 Fluggastbrücken stellt hohe Anforderungen an die Logistik und die Schnittstellenkoordination mit den Hochbauarbeiten des Hauptterminals. Zudem stehen Großprojekte dieser Größenordnung regelmäßig im Fokus der Kritik bezüglich der tatsächlichen Passagierauslastung und der langfristigen Wirtschaftlichkeit im Vergleich zur schrittweisen Modernisierung bestehender Regionalflughäfen.