Die staatliche Fluggesellschaft Ethiopian Airlines hat im Geschäftsjahr 2025/2026 einen Jahresumsatz von 9,1 Milliarden US-Dollar erzielt, was einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht.
Wie die offizielle staatliche Nachrichtenagentur Ethiopia News Agency meldete, stieg die Zahl der beförderten Passagiere um zehn Prozent auf insgesamt 20,7 Millionen. Im Bereich der Luftfracht verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum von 16 Prozent, was einem bewegten Transportvolumen von 897.000 Tonnen entspricht.
Trotz der deutlichen Zuwächse bei Umsatz und Transportleistung machte die Unternehmensführung keine konkreten Angaben zum Nettoergebnis oder zur operativen Gewinnspanne. Ethiopian Airlines verwies auf externe Einflussfaktoren, die den Geschäftsbetrieb und die Ertragslage im abgelaufenen Geschäftsjahr beeinträchtigt haben. Dazu zählten verordnete Flugausfälle und Umleitungen infolge der anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sowie betriebliche Einschränkungen im Zuge eines Ebola-Ausbruchs in Teilen der Demokratischen Republik Kongo.
Um die Position als führendes Luftfahrtdrehkreuz auf dem afrikanischen Kontinent zu behaupten, baut die Fluggesellschaft ihr Streckennetz und ihre Flotte kontinuierlich aus. Neben der Erweiterung der Langstreckenflotte um Maschinen der Typen Airbus A350 und Boeing 787 treibt das Unternehmen die Planungen für den Bau eines neuen Großflughafens in Bishoftu südlich der Hauptstadt Addis Abeba voran. Der bestehende Flughafen Addis Abeba Bole stößt trotz vergleichender Terminalerweiterungen zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen, was bei steigenden Passagierzahlen zu betrieblichen Engpässen führt.
Luftfahrtanalysten bewerten die Zurückhaltung bei den Profitabilitätszahlen kritisch. Das Fehlen transparenter Angaben zum Betriebsgewinn erschwert die genaue Beurteilung der finanziellen Stabilität in einem Umfeld, das durch hohe Kerosinpreise und Währungsschwankungen geprägt ist. Die Abhängigkeit von der politischen Lage im Horn von Afrika und den angrenzenden Regionen bleibt ein Risikofaktor für die weitere kaufmännische Entwicklung des Staatskonzerns.