Airbus A350-900 (Foto: Azul).
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Brasilien: CADE gibt Grünes Licht für Einstieg von American Airlines bei der Fluggesellschaft Azul

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Die brasilianische Wettbewerbsbehörde Conselho Administrativo de Defesa Econômica (CADE) hat die geplante Investition der US-amerikanischen Fluggesellschaft American Airlines in die brasilianische Airline Azul ohne Auflagen genehmigt.

Wie das Regulierungsorgan mitteilte, sieht die Vereinbarung eine Beteiligung von 100 Millionen US-Dollar vor, im Gegenzug erhält American Airlines einen Eigenkapitalanteil von 8,66 Prozent an der südamerikanischen Fluggesellschaft. Die Kapitalspritze erfolgt im Rahmen eines umfassenden finanziellen Restrukturierungsverfahrens nach dem US-amerikanischen Insolvenzrecht (Chapter 11), in dem sich Azul zur Neuordnung ihrer Verbindlichkeiten befindet. Mit dem Einstieg sichert sich die US-Fluggesellschaft zudem einen Sitz im Verwaltungsrat von Azul sowie eine Vertretung in einem strategischen Gremium. Die Kartellwächter kamen nach eingehender Prüfung zu dem Schluss, dass der Zusammenschluss weder den Wettbewerb auf den betroffenen Strecken gefährdet noch Nachteile für Verbraucher mit sich bringt.

Finanzielle Restrukturierung und Bedingungen der Beteiligung

Die Kapitalmaßnahme bildet einen Baustein bei der Konsolidierung der Finanzen von Azul. Die brasilianische Fluggesellschaft leidet wie viele Wettbewerber in Lateinamerika unter den Nachwirkungen hoher Verschuldung, Währungsschwankungen und gestiegenen Betriebskosten. Die Einleitung des Chapter-11-Verfahrens an einem US-Gericht ermöglicht es dem Unternehmen, den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten, während Verträge mit Leasinggebern und Gläubigern neu verhandelt werden.

Die Investition von American Airlines in Höhe von 100 Millionen US-Dollar dient der Bereitstellung frischer Liquidität. Als Gegenleistung sichert sich der US-Konzern mit 8,66 Prozent der Anteile eine Minderheitsposition bei der Fluggesellschaft. Über die reine Kapitalbeteiligung hinaus sieht die Vereinbarung organisatorische Mitspracherechte vor. American Airlines erhält das Recht, ein Mitglied in den Aufsichtsrat von Azul zu entsenden. Überdies wird ein Vertreter der US-Airline in einem Ausschuss mitwirken, der sich mit der künftigen Ausrichtung und den operativen Abläufen des Unternehmens befasst.

Überprüfung der Streckennetze und Marktauswirkungen

Im Rahmen des Prüfverfahrens analysierte die Wettbewerbsbehörde CADE die Überschneidungen in den jeweiligen Streckennetzen sowie die geplanten kommerziellen Vereinbarungen. Das Vorhaben sieht eine Erweiterung der bestehenden Codeshare-Abkommen vor. Zudem sollen Kunden der Vielfliegerprogramme beider Unternehmen künftig gegenseitig Meilen sammeln und einlösen können. Auch der Zugang zu den Flughafen-Lounges beider Partner wird für berechtigte Passagiere zusammengeführt.

Die Kartellbehörde stellte bei ihrer Untersuchung fest, dass Überschneidungen auf den Verbindungen zwischen den brasilianischen Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro sowie den US-amerikanischen Zielhäfen Miami und Orlando bestehen. Allerdings kamen die Ermittler zu dem Ergebnis, dass der direkte Wettbewerb zwischen beiden Airlines auf diesen Märkten nicht so ausgeprägt ist, dass Marktbeherrschungsstrukturen entstehen könnten. Verbrauchern stehen auf den betroffenen Routen weiterhin Ausweichmöglichkeiten durch andere internationale und regionale Fluggesellschaften zur Verfügung.

Einwände der Konkurrenz und Entscheidung der Kartellbehörde

Gegen das Vorhaben hatte die Abra Group, die Muttergesellschaft der konkurrierenden Fluggesellschaften Gol und Avianca, Bedenken bei der Regulierungsbehörde angemeldet. Der Konzern argumentierte, dass die Beteiligung von American Airlines an Azul den Wettbewerb auf dem brasilianischen Markt schwächen könnte. Insbesondere wurde befürchtet, dass der Einstieg Einfluss auf die Passagierströme von American Airlines in Brasilien nehmen und bestehende Kooperationen beeinträchtigen könnte.

Die Kartellbehörde wies diese Einwände nach Prüfung der Marktanteile zurück. Die CADE stellte fest, dass das inländische Streckennetz von Azul das Angebot von Gol weitgehend ergänzt, anstatt in direktem Wettbewerb dazu zu stehen. Zudem fanden die Ermittler keine Anhaltspunkte dafür, dass die Vereinbarung die bestehenden kommerziellen Beziehungen zwischen American Airlines und Gol in einer Weise verändern würde, die den freien Markt beeinträchtigt. Sofern keine Rechtsmittel eingelegt werden oder das Tribunal der Behörde die Akte nicht erneut anfordert, wird die Entscheidung rechtskräftig, womit die Transaktion vollzogen werden kann.

Perspektiven auf dem südamerikanischen Luftfahrtmarkt

Die Entscheidung der brasilianischen Behörde fügt sich in eine Reihe von Neuausrichtungen im lateinamerikanischen Luftverkehr ein. Nordamerikanische Fluggesellschaften suchen seit Jahren nach engen Bindungen an Partner im Süden des Kontinents, um Zubringerflüge in die dicht besiedelten Regionen Brasiliens und der Nachbarstaaten abzusichern. Für Azul stellt die Vereinbarung eine Stabilisierung im laufenden Sanierungsprozess dar, während American Airlines ihre Anbindung an den südamerikanischen Binnenmarkt festigt.

Die Entwicklung zeigt gleichzeitig, wie stark der brasilianische Luftfahrtsektor von internationalen Partnerschaften abhängt. Die hohe Kapazitätsauslastung auf den Transatlantik- und Nord-Süd-Routen erfordert aufeinander abgestimmte Flugpläne. Die Genehmigung ohne Auflagen eröffnet beiden Fluggesellschaften den Spielraum, ihre operative Zusammenarbeit im Rahmen der rechtlichen Vorgaben weiter zu vertiefen.

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