Am Flughafen Nürnberg haben die Bauarbeiten für das Cargo Center 3 (CCN 3) offiziell begonnen. Mit der symbolischen Grundsteinlegung durch Bayerns Finanzminister Albert Füracker, Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König, Flughafengeschäftsführer.
Michael Hupe und Vertreter der ausführenden Bauunternehmung Goldbeck Ost startet eine bauliche Erweiterung des Frachtbereichs. Das Vorhaben sieht die Errichtung eines neuen Logistikgebäudes mit rund 6.200 Quadratmetern Bruttogrundfläche vor, von denen etwa 4.600 Quadratmeter auf Lager- und Umschlagsflächen sowie 1.600 Quadratmeter auf Büroräume entfallen. Die betriebliche Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende 2027 terminiert.
Die Erweiterung erfolgt vor dem Hintergrund eines kontinuierlich hohen Aufkommens im nordbayerischen Frachtverkehr. An den zwei bisherigen Frachtzentren, die in den Jahren 1987 und 2003 in Dienst gestellt wurden, schlägt der Flughafen derzeit jährlich über 90.000 Tonnen Luftfracht ab. Ein wesentlicher Teil der Frachtabwicklung in Nürnberg entfällt auf den straßengebundenen Luftfrachtersatzverkehr (Road Feeder Services), welcher die regionale Exportindustrie aus Frankens Maschinenbau- und Automobilsektor an die großen europäischen Drehkreuzflughäfen anbindet.
Als Hauptmieter des neuen Komplexes steht der Logistikdienstleister CHI NUE Cargo Handling GmbH fest, der Teile der Hallen- und Büroflächen nutzen wird. Das Gebäude entsteht auf einem 11.800 Quadratmeter großen Areal nahe der Hauptzufahrt und verfügt über direkte Zugänge zum Vorfeld sowie zum zollrechtlichen Sicherheitsbereich. Trotz der Kapazitätserweiterung verweisen Marktbeobachter darauf, dass der Standort Nürnberg im Frachtbereich im Wettbewerb mit größeren Frachtdrehkreuzen wie Frankfurt, München oder Leipzig/Halle steht. Die Wirtschaftlichkeit des Neubaus hängt maßgeblich von der dauerhaften Auslastung der Flächen durch gewerbliche Frachtkunden und Logistikdienstleister ab.
Zudem birgt der scharfe Wettbewerb im europäischen Frachtgeschäft Risiken hinsichtlich schwankender Transportvolumina, die von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe abhängen. Mit der Schaffung flexibler Flächenstrukturen, etwa für die Lagerung temperatursensibler Güter, versucht die Flughafengesellschaft, das Portfolio für spezialisierte Transportsegmente anzupassen. Die kommenden Jahre nach der für Ende 2027 geplanten Fertigstellung werden zeigen, ob der Standort das Frachtaufkommen auf dem angestrebten Niveau halten kann.