Die spanische Fluggesellschaft Iberia plant für den 12. August 2026 einen Sonderflug zur wissenschaftlichen und medialen Begleitung der totalen Sonnenfinsternis. Der Flug unter der Flugnummer IB1473 – einer Referenz an das Geburtsjahr von Nikolaus Kopernikus – startet um 18:45 Uhr vom Flughafen Adolfo Suárez Madrid-Barajas.
Die geplante Flugroute führt in eine Reiseflughöhe von über 10.000 Metern über die Provinz Palencia, wo optimale Bedingungen für die Sicht auf das astronomische Ereignis erwartet werden. Zum Einsatz kommt ein Schmalrumpfflugzeug des Typs Airbus A321XLR.
Neben geladenen Gästen befindet sich ein Forscherteam der wissenschaftlichen Initiative Shelios an Bord des Flugzeugs. Unter der Leitung des Astrophysikers Miquel Serra-Ricart vom Instituto de Astrofísica de Canarias führen die Wissenschaftler Messungen zur Sonnenmorphologie durch. Die Beobachtung aus der Flugkabine bietet den Vorteil, dass störende Einflüsse der unteren Atmosphäre wie Bewölkung oder Dunstschichten entfallen. Zudem soll der Flug genutzt werden, um das bordeigene Hochgeschwindigkeits-WLAN auf Basis des Erdsatellitensystems Starlink von SpaceX unter Echtzeitbedingungen zu testen. Iberia beabsichtigt, das Bildmaterial des Ereignisses live über ihre digitalen Kanäle zu übertragen.
Das Himmelsereignis stellt die erste totale Sonnenfinsternis auf der Iberischen Halbinsel seit mehr als einem Jahrhundert dar. Für Iberia dient der Sonderflug zugleich als Testlauf für den Betrieb von Passagier-WLAN über dem europäischen Festland sowie für die Kooperation mit wissenschaftlichen Institutionen. Die Besatzung des Fluges besteht unter anderem aus einem Copiloten mit einer Fachausbildung in Astrophysik, um die Manöver präzise auf den Kernschatten des Mondes abzustimmen.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass solche Sonderflüge neben dem wissenschaftlichen Nutzen vor allem als Demonstration technischer Komponenten wie Satelliten-Internet dienen. Die kommerzielle Übertragbarkeit solcher Sondercharter bleibt gering, da der logistische Aufwand und die Ausfallrisiken bei Verspätungen im regulären Luftraummanagement beträchtlich sind. Die Auswertung der flugzeuggestützten Messergebnisse wird zeigen, welchen wissenschaftlichen Mehrwert die Beobachtung im Vergleich zu bodengebundenen Observatorien tatsächlich liefert.