Die Lufthansa Group hat die praktische Umsetzung ihrer angekündigten Flottenausstattung mit Satelliten-Internet gestartet.
Wie Konzernchef Carsten Spohr im Rahmen der Halbjahrespressekonferenz mitteilte, ist das erste Flugzeug der Kernmarke Lufthansa mit der Technologie des Anbieters Starlink ausgerüstet worden. Bis zum Jahresende plant der Konzern, insgesamt 50 weitere Maschinen innerhalb der Unternehmensgruppe mit den dafür erforderlichen Empfangsantennen zu versehen.
Parallel dazu beginnt die schrittweise Umrüstung bei der Schweizer Konzerntochter Swiss. Nach Angaben von Finanzvorstand Dennis Weber werden im laufenden Jahr zunächst die Kurzstreckenflugzeuge der Swiss mit dem System ausgestattet. Das Vorhaben ist Teil eines Anfang 2026 angekündigten Großprojekts der Lufthansa Group, das den Einbau der Breitbandverbindung in die gesamte Flotte von rund 850 Flugzeugen vorsieht. Der vollständige Rollout soll bis zum Jahr 2029 abgeschlossen sein. Die Nutzung des Internets an Bord ist für Statuskunden des Vielfliegerprogramms sowie für registrierte Nutzer der digitalen Travel ID kostenfrei vorgesehen.
Mit der Wahl des Satellitennetzwerks von SpaceX setzt die Airline-Gruppe auf eine Technologie, die durch ihre Umlaufbahn eine höhere Bandbreite und geringere Latenzzeiten im Vergleich zu herkömmlichen geostationären Systemen verspricht. Andere internationale Fluggesellschaften haben den Dienst in den vergangenen Monaten bereits auf ausgewählten Strecken eingeführt. Damit reagiert die Lufthansa auf den steigenden Druck im Wettbewerb um Passagiere, da eine stabile Internetverbindung im Reiseflug auf Kurz- und Langstrecken zunehmend als Standard im Angebot von Netzwerk-Carriern erwartet wird.
Fachbeobachter weisen jedoch darauf hin, dass die Umrüstung einer so umfangreichen Flotte logistische Herausforderungen birgt. Der Einbau erfordert geplante Werftaufenthalte und technische Freigaben für die verschiedenen Flugzeugtypen der Airbus- und Boeing-Flotten. Zudem hängt die tatsächliche Verbindungsqualität im Flugbetrieb von der Netzauslastung und der regionalen Abdeckung des Satellitensystems ab, was sich vor allem auf stark frequentierten Routen und in abgelegeneren Flugkorridoren bewähren muss.