Die Billigfluggesellschaft Wizz Air hat am Flughafen Palermo Falcone Borsellino auf Sizilien eine neue Operationsbasis eröffnet. Zur Inbetriebsetzung am 3. August stationierte das Unternehmen zunächst zwei Flugzeuge des Typs Airbus A321neo am Standort.
Aufgrund der Buchungsentwicklung kündigte die Fluggesellschaft an, bereits Anfang September ein drittes Flugzeug dauerhaft in Palermo zu stationieren. Mit dieser Kapazitätserhöhung beabsichtigt die Airline, das Flugangebot ab Sizilien auf 18 Verbindungen in 13 Länder auszuweiten und das jährliche Sitzplatzangebot am Standort auf über 1,3 Millionen Plätze zu steigern.
Mit der Vergrößerung der Flotte in Palermo erweitert Wizz Air das Streckennetz um direkte Verbindungen nach Rom-Fiumicino, Barcelona, Prag, Marrakesch, Dortmund und Pisa. Durch diese Routen übernimmt die Fluggesellschaft auf einzelnen Strecken wie nach Prag oder Dortmund die Rolle des einzigen Anbieters von Direktflügen. Der Flughafenbetreiber GESAP verspricht sich von dem Schritt eine gestärkte Anbindung der Region an europäische Märkte. Nach Angaben der Fluggesellschaft entstehen durch die Feststationierung der drei Maschinen rund 120 direkte Arbeitsplätze im operativen Flugbetrieb sowie weitere Beschäftigungseffekte im Umfeld der Flughafenlogistik und des regionalen Tourismussektors.
Die Eröffnung der Basis in Palermo fügt sich in die Kapazitätsaufstockung von Wizz Air auf dem italienischen Markt ein. Die Fluggesellschaft betreibt im Jahr 2026 insgesamt sieben Basen in Italien, darunter an den Standorten Mailand-Malpensa, Rom-Fiumicino, Neapel, Catania, Turin und Venedig. Für die Sommersaison 2026 erweiterte die Airline ihr Sitzplatzangebot in Italien auf über 20 Millionen Plätze, was einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Ziel dieser Maßnahmen ist der Ausbau des Marktanteils sowohl im italienischen Inlandsverkehr als auch auf internationalen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.
Branchenbeobachter weisen jedoch darauf hin, dass der italienische Luftverkehrsmarkt durch einen intensiven Wettbewerb unter den Billigfluggesellschaften geprägt ist. Neben Wizz Air bauen auch Konkurrenten wie Ryanair und Easyjet ihre Präsenz an süditalienischen Regionalflughäfen kontinuierlich aus. Der wirtschaftliche Erfolg der neuen Basis hängt maßgeblich davon ab, ob die Auslastung der Flugzeuge auch außerhalb der touristischen Hauptsaison auf den erweiterten Routen auf einem stabilen Niveau gehalten werden kann.