Das ägyptische Tourismus- und Antiquitätenministerium hat gemeinsam mit dem Innenministerium und dem Ministerium für Zivilluftfahrt eine grundlegende Umstellung der Einreiseformalitäten eingeleitet.
Seit dem 1. August läuft am internationalen Flughafen Kairo eine erste Testphase zur Ersetzung der bisherigen physischen Visamarken durch ein digitales System mit QR-Code. Das Pilotprojekt umfasst die Terminals 1, 2 und 3 sowie das Seasonal Terminal des Hauptstadtflughafens. Einreisende, die Anspruch auf ein Visum bei der Ankunft haben, sind nun verpflichtet, vor der Passkontrolle einen solchen digitalen Nachweis zu beziehen.
Die Beantragung des QR-Codes kann im Vorfeld über ein Online-Portal, über eine offizielle Mobilanwendung oder direkt nach der Landung an neu installierten Selbstbedienungsautomaten in den Ankunftshallen erfolgen. Der zugestellte Code muss den Grenzbehörden digital auf einem mobilen Endgerät oder als Papierausdruck vorgelegt werden. Die Gebühren belaufen sich auf 30 US-Dollar für das Visum zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 6 US-Dollar. Der ausgestellte QR-Code besitzt ab Ausstellung eine Gültigkeit von sieben Tagen; eine Erstattung bei Nichtnutzung ist ausgeschlossen. Um Engpässe während der Einführungsphase zu vermeiden, bleibt der Erwerb an den Bankschaltern im Flughafen vorerst weiterhin möglich, ebenso behalten bereits gekaufte klassische Visamarken vorübergehend ihre Gültigkeit.
Für Reiseveranstalter und Gruppenreiseagenturen erfordert die Neuregelung technische Umstellungen im Abrechnungsverfahren. Der Sammelerwerb von QR-Codes für Reisegruppen ist nur über spezielle Bezahlkarten möglich, die von der National Bank of Egypt oder der Banque Misr ausgestellt werden. Das ägyptische Technologieunternehmen CYshield übernimmt die technische Betreuung des Systems vor Ort. Nach Abschluss der zeitlich noch nicht näher definierten Testphase in Kairo ist vorgesehen, das Verfahren schrittweise an allen weiteren internationalen Flughäfen des Landes wie Hurghada, Sharm El-Sheikh und Luxor verbindlich einzuführen.
Branchenbeobachter und Reiseveranstalter bewerten den Schritt grundsätzlich als Versuch, die teils langen Wartezeiten bei der Einreise zu verkürzen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die Einführung zusätzlicher Servicegebühren die Nebenkosten für Touristen erhöht. Zudem hängen ein reibungsloser Ablauf und das Vermeiden von Verzögerungen an den Grenzkontrollen maßgeblich von der Stabilität der digitalen Infrastruktur und der Benutzerfreundlichkeit der Automaten vor Ort ab.