Die israelische Fluggesellschaft El Al hat ihre Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Demnach stieg der Gesamtumsatz des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 27 Prozent auf etwa 986 Millionen US-Dollar.
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Leasingkosten (EBITDAR) belief sich auf ungefähr 222 Millionen US-Dollar. Unterm Strich wies die Fluggesellschaft einen Nettogewinn von zirka 132 Millionen US-Dollar aus. In diesem Ergebnis ist ein geschätzter Verlust nach Steuern von etwa 55 Millionen US-Dollar enthalten, der direkt auf die operativen Einschränkungen im Zuge der Militäroperation „Roaring Lion“ zu Beginn des Quartals zurückgeht.
Trotz der Sicherheitsrestriktionen und des stark reduzierten Flugbetriebs im April erholte sich das Passagieraufkommen in den Folgemonaten deutlich. Das Angebot an verfügbaren Sitzplatzkilometern (ASK) lag im zweiten Quartal um neun Prozent über dem Vorjahreswert. Die Auslastung der Maschinen erreichte im Gesamtquartal durchschnittlich 90 Prozent, nachdem sie im Juni wieder auf 94 Prozent angestiegen war. Das Vorverkaufsvolumen erreichte mit etwa 1,4 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchststand, woraufhin die Unternehmensleitung für das dritte Quartal ein weiteres Kapazitätswachstum von sechs bis zehn Prozent prognostiziert.
Die Geschäftszahlenspiegeln die Sonderrolle von El Al auf den internationalen Flugrouten wider. Da viele ausländische Fluggesellschaften ihre Verbindungen nach Tel Aviv im Zuge von regionalen Konflikten und Sicherheitswarnungen temporär ausgesetzt oder reduziert haben, konzentrierte sich die Nachfrage von Passagieren und Fracht verstärkt auf den nationalen Carrier. Zur Erweiterung des Streckennetzes übernahm das Unternehmen im laufenden Jahr weitere Flugzeuge des Typs Boeing 737 und setzt die Modernisierung der Großraumflotte vom Typ Boeing 777 fort. Zudem wurde eine Vereinbarung mit Starlink über die künftige Bereitstellung von Satelliteninternet an Bord geschlossen.
Luftfahrtanalysten weisen darauf hin, dass die aktuelle Ertragslage der Fluggesellschaft stark von der veränderten Wettbewerbssituation am Flughafen Ben Gurion geprägt wird. Die verringerte Konkurrenz auf Schlüsselrouten ermöglichte es der Airline, höhere Erlöse pro verfügbarem Sitzplatzkilometer zu erzielen. Allerdings bleiben der Flugbetrieb und die Kostenstruktur anfällig für steigende Treibstoffpreise, Währungsschwankungen sowie geopolitische Unsicherheiten in der Region, die den Flugplan kurzfristig beeinträchtigen können.