Die in Hongkong ansässige Cathay Group hat für das erste Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 6,2 Milliarden Hongkong-Dollar (rund 790 Millionen US-Dollar) ausgewiesen.
Damit stieg das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 3,7 Milliarden Hongkong-Dollar spürbar an. Angesichts der Ergebnisentwicklung kündigte die Unternehmensführung eine Zwischendividende von 26 Hongkong-Cent pro Stammaktie an, was einer Gesamtausschüttung von rund 1,6 Milliarden Hongkong-Dollar entspricht. Bestandteil des ausgewiesenen Halbjahresgewinns ist jedoch ein einmaliger Buchgewinn in Höhe von einer Milliarde Hongkong-Dollar, der im Wesentlichen aus der Verwässerung des Cathay-Anteils an der Air China resultiert.
Die Nachfrage im Passagier- und Frachtgeschäft zeigte sich in den ersten sechs Monaten stabil, wodurch das Unternehmen mehr Flüge als im Vergleichszeitraum des Vorjahres durchführen konnte. Die Tochtergesellschaften der Gruppe steuerten einen Nettogewinn von 4,9 Milliarden Hongkong-Dollar bei, während assoziierte Unternehmen einen Gewinnbeitrag von 410 Millionen Hongkong-Dollar leisteten. Allerdings räumte Cathay-Chairman Guy Bradley ein, dass das zweite Quartal durch deutlich gestiegene Kosten belastet wurde. Infolge geopolitischer Konflikte im Nahen Osten verdoppelten sich die Aufwendungen für Flugtreibstoff zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal nahezu, was die betrieblichen Margen dämpfte.
Parallel zu den Finanzergebnissen bestätigte der Konzern sein mehrjähriges Investitionsprogramm mit einem Gesamtvolumen von rund 150 Milliarden Hongkong-Dollar. Dieses sieht die Anschaffung von bis zu 150 neuen Flugzeugen über die kommenden zehn Jahre vor, darunter zusätzliche Frachter des Typs Airbus A350F sowie umgerüstete A330-Maschinen für die Frachttochter Air Hong Kong. Zudem werden Kabinenmodernisierungen in der Boeing-777-Flotte durchgeführt und neue Flughafen-Lounges an Standorten wie Hongkong und New York (JFK) eingerichtet, um die Kapazitäten am Drehkreuz Hongkong International Airport schrittweise auszubauen.
Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass die Ertragslage der Cathay Group weiterhin stark von der weltwirtschaftlichen Entwicklung auf den asiatisch-amerikanischen Handelsrouten und der Preisentwicklung am Rohölmarkt abhängt. Das Erreichen der angestrebten Zielmarke von 150 Flugzielen erfordert zudem die Bewältigung des anhaltenden Fachkräftemangels beim Flug- und Bodenpersonal sowie die rasche Integration der bestellten Flugzeuge, um die Konkurrenzfähigkeit gegenüber rivalisierenden Drehkreuzen in Singapur und Festlandchina dauerhaft zu sichern.