Das US-Finanzministerium hat die Finanz- und Handelsbeschränkungen gegen die irakische Fluggesellschaft Fly Baghdad sowie zwei ihrer Flugzeuge vom Typ Boeing 737 mit den Luftfahrzeugkennzeichen YI-BAF und YI-BAN aufgehoben.
Die Fluggesellschaft war von den US-Behörden beschuldigt worden, logistische Unterstützung für die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und mit ihnen verbündete Milizen in der Region geleistet zu haben, unter anderem durch den Transport von Geldmitteln, Waffen und Kämpfern. Die plötzliche Rücknahme der Strafmaßnahmen markiert eine Kurswende in der US-Sanktionspraxis gegenüber Akteuren im Umfeld des iranischen Einflussbereichs.
Die Aufhebung der Sanktionen erfolgt im Kontext diplomatischer Verhandlungen und einer angekündigten Entspannung in der Region. US-Präsident Donald Trump stellte in diesem Zusammenhang eine bevorstehende Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht, die für den weltweiten Öl- und Warenverkehr von zentraler Bedeutung ist. Aus Teheran verwies der staatliche Sender Press TV darauf, dass Gespräche mit dem Nachbarland Oman über die Bedingungen der Seestraße geführt werden, betont jedoch, dass eine umgehende Freigabe der Passage dadurch nicht garantiert sei.
Fly Baghdad hatte infolge der US-Sanktionen ihren Flugbetrieb zeitweise weitgehend einstellen müssen, da Konten eingefroren und Dienstleistungen durch internationale Partner untersagt wurden. Auch die Zivilluftfahrtbehörde des Irak sah sich unter Druck gesetzt, den operativen Radius der Fluggesellschaft einzuschränken. Die Wiederzulassung der beiden Boeing-Maschinen erlaubt dem Unternehmen nun die schrittweise Wiederaufnahme von Flügen und den Zugriff auf internationale Wartungs- und Ersatzteilketten, was die angespannte Lage der irakischen Luftfahrtbranche vorerst mildert.
Branchenbeobachter und Politikexperten bewerten die Aufhebung der Restriktionen als Teil eines größeres Tauschgeschäfts im Rahmen geopolitischer Zugeständnisse. Dennoch bleibt die Situation für die Fluggesellschaft volatil, da eine erneute Eskalation der politischen Spannungen im Nahen Osten rasch zu neuen Beschränkungen führen könnte. Zudem steht die zivile Luftfahrt in der Region weiterhin unter strenger Beobachtung internationaler Sicherheitsbehörden hinsichtlich möglicher verdeckter Logistikströme.