Ein Langstreckenflug der staatlichen Fluggesellschaft Biman Bangladesh Airlines von Toronto nach Dhaka hat für 259 Passagiere zu einer fast 40-stündigen Verzögerung geführt.
Der eingesetzte Boeing 787-9 Dreamliner mit dem Kennzeichen S2-AJY musste wegen eines technischen Defekts eine außerplanmäßige Sicherheitslandung am italienischen Flughafen Rom-Fiumicino einlegen. Die Maschine landete am Freitagmorgen um 07:20 Uhr Ortszeit auf dem europäischen Drehkreuz, woraufhin sich die Abwicklung der Notsituation für die Insassen zu einer erheblichen Belastung entwickelte.
Nach Angaben von Betroffenen verbrachten die Passagiere zunächst rund acht Stunden im stehenden Flugzeug auf dem Rollfeld, während die Kabinenbelüftung und die Klimaanlage nur eingeschränkt funktionierten. Anschließend traten beim Verlassen des Flugzeugs bürokratische Hürden auf: Den italienischen Grenzkontrollbehörden zufolge fehlten etwa 170 Passagieren die für die Einreise in den Schengen-Raum erforderlichen Transitvisa, weshalb ihnen das Verlassen des Transitbereichs verweigert wurde. Lediglich Passagiere mit kanadischem oder US-amerikanischem Pass durften die Einreisekontrolle passieren und wurden in Hotels untergebracht.
Die Betreuung im Terminal gestaltete sich angesichts des plötzlichen Anströms als unzureichend. Besonderes Unverständnis rief die fehlende Versorgung von älteren Menschen und Familien mit Kleinkindern hervor, da der Zugang zu benötigten Medikamenten und Spezialnahrung stundenlang erschwert war. Die Reparaturarbeiten an der Boeing 787 dauerten bis Samstagabend an, da die vor Ort anwesenden Techniker das technische Problem zunächst nicht beheben konnten und Ersatzteile sowie zwei Ingenieure aus der Hauptbasis in Dhaka eingeflogen werden mussten.
Erst nach dem erfolgreichen Abschluss der Reparaturen und der Freigabe durch die Luftfahrtbehörden konnte die Maschine am Samstagabend gegen 23:00 Uhr Ortszeit den Weiterflug nach Bangladesch antreten. Der Flug landete schließlich mit einer Verzögerung von rund 39 Stunden am internationalen Flughafen Hazrat Shahjalal in Dhaka. Die Unternehmensführung von Biman Bangladesh Airlines machte bislang keine genauen Angaben zur Art der technischen Störung. Der Vorfall unterstreicht die Herausforderungen bei der Abwicklung technischer Zwischenfälle, wenn restriktive Einreisebestimmungen eine Unterbringung von Passagieren außerhalb der Flughafengebäude verhindern.