Die steirische Hotelgruppe Jufa Hotels übernimmt mit Wirkung zum 1. September 2026 den operativen Betrieb von Schloss Gamlitz in der Südsteiermark. Die Übernahme erfolgt in enger Abstimmung mit dem bisherigen Schlossbesitzer Arnold Melcher.
Sämtliche bereits getätigten Reservierungen, gewerblichen Veranstaltungen sowie Hochzeitsbuchungen und geleisteten Anzahlungen bleiben nach Angaben der Verantwortlichen ohne Einschränkungen gültig. Neben dem Betrieb der Beherbergungs- und Veranstaltungskapazitäten sieht das neue Betriebskonzept eine Neuausrichtung der hauseigenen Vinothek vor. Während dort bislang ausschließlich Erzeugnisse der Domaines Kilger angeboten wurden, soll die Einrichtung künftig für alle Weinbaubetriebe der Gemeinde Gamlitz geöffnet werden. Durch die Eingliederung des Anwesens erweitert die Hotelkette ihr Segment für Feierlichkeiten und Tagungen, in dem bereits Objekte wie das Schloss Röthelstein im Gesäuse betrieben werden.
Kontinuität bei Veranstaltungen und finanzielle Regelung der Übergangsphase
Ein zentraler Aspekt der Betriebsübernahme betrifft die Absicherung der bereits gebuchten Veranstaltungen und Unterkünfte. Um eine reibungslose Fortführung der Abläufe zu gewährleisten, haben der Eigentümer Arnold Melcher und das Management der Jufa Hotels organisatorische Abstimmungen getroffen. Verena Kubik, die als Event-Expertin die Betreuung des Bereichs übernimmt, bestätigte, dass sämtliche Zimmerreservierungen und Eventtermine im vollen Umfang aufrechterhalten werden.
Zur finanztechnischen Absicherung der Übergangsphase übernimmt der Eigentümer Arnold Melcher die Hälfte aller für Hochzeiten geleisteten Anzahlungen aus eigenen Mitteln. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, das Vertrauen von Veranstaltern und Gästen in den Standort wiederzuverlässig aufzubauen und wirtschaftliche Stabilität für den laufenden Saisonbetrieb zu gewährleisten. Durch die vertraglichen Garantien soll der Wechsel in der Betriebsführung ohne Unterbrechungen für Kunden und Dienstleister vollzogen werden.
Umgestaltung der Vinothek und Einbindung regionaler Weinbaubetriebe
Im Rahmen des neuen Bewirtschaftungskonzepts steht die Umstrukturierung der schlosseigenen Vinothek im Mittelpunkt. In der Vergangenheit war das Sortiment der Verkaufs- und Verkostungsräume auf die Produkte der Domaines Kilger beschränkt. Ab September 2026 wird das Angebot schrittweise für das gesamte Spektrum der Gamlitzer Weinbaubetriebe zugänglich gemacht.
Gerhard Wendl, Chief Executive Officer der Jufa Hotels, erklärte, dass die Vinothek als Präsentationsplattform für die regionalen Weinbauern und Feinkosthersteller der Südsteiermark dienen soll. Das Ziel dieser Maßnahme besteht darin, das Objekt stärker in die lokale Infrastruktur einzubinden und Angebotspaletten für Weintouristen sowie Einheimische bereitzustellen. Die Umstellung ermöglicht es örtlichen Erzeugern, ihre Produkte an einem zentralen Ort der Gemeinde zu vermarkten.
Ausbau des Veranstaltungssegments und personelle Neuausrichtung
Die Integration von Schloss Gamlitz gliedert sich in die Ausrichtung der Hotelgruppe im Bereich von Familien-, Firmen- und Hochzeitsfeiern ein. Die Gruppe betreibt bereits mehrere historische Objekte im österreichischen Raum, darunter das Schloss Röthelstein bei Admont im Gesäuse, das nach einer betrieblichen Neupositionierung vorrangig für Exklusivveranstaltungen genutzt wird. Mit der Ergänzung des südsteirischen Standorts bündelt das Unternehmen Kapazitäten in unterschiedlichen Regionen des Bundeslandes.
Zur operativen Umsetzung dieser Netzwerkerweiterung wurde Verena Kubik verpflichtet, die künftig exklusiv für die Jufa Hotels tätig sein wird. Die Fachkraft kehrt damit an eine frühere Wirkungsstätte zurück, um die Betreuung der Kunden bei maßgeschneiderten Veranstaltungen zu leiten. Die personelle Verstärkung soll sicherstellen, dass die organisatorischen Standards an den einzelnen Schlossstandorten vereinheitlicht und effizient betreut werden.
Wirtschaftliche Perspektiven für den Tourismusstandort Gamlitz
Der Betreiberwechsel auf Schloss Gamlitz fällt in eine Phase, in der die Beherbergungsbetriebe in der Südsteiermark vor der Herausforderung stehen, Auslastungsquoten auch außerhalb der traditionellen Herbstmonate stabil zu halten. Die Kombination aus Gastronomie, Hotellerie und Eventflächen erfordert eine Ganzjahresauslastung, um die Unterhaltskosten historischer Bausubstanzen zu decken.
Die Übergabe der Betriebsführung an eine etablierte Hotelgruppe ermöglicht die Nutzung bestehender Buchungssysteme, Marketingkanäle und zentraler Einkaufsstrukturen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich die Neuausrichtung der Vinothek auf das Verhältnis zwischen den lokalen Erzeugern und der Betreibergesellschaft auswirkt. Die kommenden Monate ab dem 1. September 2026 werden zeigen, wie die Marktteilnehmer in der Region das erweiterte Angebot annehmen und in welchem Maße der Standort von der neuen Betriebsstruktur profitiert.