
Streckenübernahme auf dem Balkan: Air Serbia fliegt ab Oktober von Niš nach Wien
Die serbische Fluggesellschaft Air Serbia kündigt eine neue Direktverbindung zwischen der südserbischen Stadt Niš und der österreichischen Hauptstadt Wien an. Ab dem 25. Oktober 2026 soll die Strecke zweimal wöchentlich, jeweils mittwochs und sonntags, bedient werden. Für die Umläufe setzt die Airline Turboprop-Maschinen des Typs ATR 72-600 ein. Die Ankündigung folgt unmittelbar auf die Entscheidung der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair, ihre Flüge auf derselben Route einzustellen. Die Aufnahme der Verbindung erfolgt vor dem Hintergrund regionaler Logistikprobleme am Flughafen Niš Constantine the Great. Der Irische Billigflieger Ryanair hatte den Rückzug von dieser Strecke mit Unsicherheiten bei der Treibstoffversorgung begründet, die durch US-Sanktionen gegen den serbischen Ölkonzern NIS entstanden sind. Air Serbia nutzt als nationale Fluggesellschaft Serbiens bestehende Betankungsverträge und staatliche Rahmenbedingungen am Heimatmarkt, um die entstandene Lücke im Flugplan zu schließen. Der Einsatz der ATR 72-600 verdeutlicht die unterschiedlichen Betriebsstrategien im regionalen Passagierverkehr. Während Billigfluggesellschaften auf größere Strahlflugzeuge setzen, bietet das kleinere Turboprop-Flugzeug von Air Serbia eine geringere Sitzplatzkapazität, was das wirtschaftliche Auslastungsrisiko auf der Kurzstrecke reduziert. Dennoch bedeutet der Fluggerätewechsel für Passagiere längere Flugzeiten im Vergleich zu den bisherigen Düsenflugzeugen. Branchenbeobachter werten die schnelle Streckenübernahme durch Air Serbia als Maßnahme zur Sicherung der Anbindung der südserbischen Region an das mitteleuropäische Drehkreuz Wien. Für den Flughafen Niš bleibt die allgemeine Kerosinversorgung jedoch ein kritischer Faktor im operativen Tagesgeschäft. Ob die Frequenz bei entsprechender Nachfrage von Pendlern und Familienbesuchern in Zukunft erhöht wird, hängt maßgeblich von der Stabilisierung der Treibstofflogistik ab.







