Das Kundenbindungsprogramm der Lufthansa Group, Miles & More, baut seine Kooperation mit dem Online-Buchungsportal Booking.com aus. Ab sofort können Teilnehmende des Programms ihre gesammelten Prämienmeilen direkt auf der Plattform nutzen, um die Kosten für Hotelübernachtungen und andere Unterkünfte zu reduzieren.
Es handelt sich um das erste Loyalitätsprogramm im Luftverkehr, das ein direktes Einlösen von Meilen im Rahmen des Buchungsprozesses bei dem Reiseportal ermöglicht. Bislang beschränkte sich die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen im Wesentlichen auf das Sammeln von Meilen bei Hotelbuchungen.
Der Mechanismus sieht vor, dass Kunden ab einem Mindestbestand von 3.000 Meilen einen variablen Betrag einsetzen können, um den zu zahlenden Bargeldanteil zu verringern. Die Abbuchung der Meilen erfolgt in Echtzeit über eine verknüpfte Schnittstelle auf einer speziell eingerichteten Partnerseite. Aufgrund lokaler Steuern und Abgaben verbleibt bei jeder Transaktion ein Restbetrag, der mit regulären Zahlungsmitteln beglichen werden muss. Zudem ist die Meileneinlösung auf Optionstarife mit sofortiger Bezahlung beschränkt.
Finanz- und Luftfahrtanalysten bewerten die Ausweitung von Meileneinlösungsmöglichkeiten im Hotelsektor als gängigen Schritt, um die hohe Zahl angesammelter Prämienmeilen auf den Konten der Kunden abzubauen. Da Meilen in der Konzernbilanz als finanzielle Verbindlichkeiten geführt werden, verringert deren Entwertung oder Einlösung für Fremdleistungen die bilanziellen Risiken der Fluggesellschaft. Dennoch verweisen Branchenbeobachter darauf, dass der Gegenwert pro eingelöster Meile bei bahnfremden oder externen Sachprämien und Hotelpartnern oft geringer ausfällt als bei der Einlösung für Prämieflüge in höheren Buchungsklassen.
Für die beteiligten Unternehmen stellt die Verknüpfung eine Möglichkeit dar, Kunden stärker an das eigene Ökosystem zu binden und den Buchungsverkehr über eigene Plattformkanäle zu steuern. Während Miles & More damit das Angebot außerhalb des reinen Flugbetriebs erweitert, sichert sich Booking.com den Zugriff auf die kaufkräftige Kundengruppe des Vielfliegerprogramms. Für die Passagiere erhöht sich zwar die Flexibilität bei der Nutzung ihres Meilenguthabens, der finanzielle Nutzen hängt jedoch stark von den jeweiligen Umrechnungskursen während des individuellen Buchungsvorgangs ab.