Die irische Fluggesellschaft Ryanair setzt ihre Linienverbindung zwischen dem Flughafen Wien-Schwechat und der serbischen Stadt Niš für den kommenden Winterflugplan 2026/2027 aus.
Wie das Unternehmen bestätigte, ist der Stopp des Ticketverkaufs auf anhaltende Probleme bei der Kerosinversorgung am Flughafen Niš Constantine the Great zurückzuführen. Die Streichung betrifft eine etablierte Regionalroute, die insbesondere von Pendlern sowie im VFR-Verkehr (Visiting Friends and Relatives) genutzt wurde.
Die Ursache für die Treibstoffengpässe liegt in internationalen Wirtschaftssanktionen. Die USA hatten Maßnahmen gegen den serbischen Ölkonzern NIS (Petroleum Industry of Serbia) verhängt, der mehrheitlich im Besitz russischer Energieunternehmen steht. NIS betreibt die einzige Raffinerie des Landes und stellt den Großteil des in Serbien benötigten Flugtreibstoffs bereit. Die Sanktionen führen seit Sommer zu erheblichen Unsicherheiten und logistischen Hürden in den Lieferketten der serbischen Luftverkehrsinfrastruktur, wovon nun auch internationale Fluggesellschaften betroffen sind.
Die Einstellung der Flugverbindung verdeutlicht die Anfälligkeit des regionalen Luftverkehrs für geopolitische Konflikte und wirtschaftliche Sanktionsmaßnahmen. Für den Flughafen Niš bedeutet der vorübergehende Rückzug von Ryanair einen spürbaren Rückgang des Passagieraufkommens und des Streckenangebots im kommenden Winter. Fluggesellschaften sind an kleineren Flughäfen darauf angewiesen, dass eine kontinuierliche und vertraglich zugesicherte Betankung der Flugzeuge gewährleistet ist, da ungeplante Zwischenstopps zum Auftanken die Betriebskosten deutlich erhöhen.
Branchenexperten beurteilen den Schritt von Ryanair als konsequente Risikominimierung im operativen Flugbetrieb. Solange die rechtlichen und logistischen Unwägbarkeiten rund um die Kerosinlieferungen in Serbien fortbestehen, bleibt unklar, wann eine Wiederaufnahme der Route nach Wien erfolgen kann. Für betroffene Passagiere, die bereits Tickets für die Winterperiode gebucht hatten, bedeutet die Absage organisatorische Umstellungen und das Ausweichen auf alternative Verbindungen im Balkanraum.