Boeing 787 (Foto: Granit Pireci).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Finanzspritze durch Teilverkauf: Investorengruppe erwirbt Beteiligung an Air Canadas Vielfliegerprogramm Aeroplan

Werbung

Die kanadische Fluggesellschaft Air Canada veräußert eine Minderheitsbeteiligung an ihrem Kundenbindungsprogramm Aeroplan. Ein Konsortium unter der Führung der US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone sowie des kanadischen Pensionsfonds La Caisse de dépôt et placement du Québec übernimmt einen Anteil von 25 Prozent.

Der Kaufpreis beträgt 2,5 Milliarden kanadische Dollar (rund 1,56 Milliarden Euro), woraus sich eine Gesamtbewertung für das Programm von zehn Milliarden kanadischen Dollar ableitet. Neben den beiden Hauptinvestoren beteiligen sich auch die Pensionsfonds PSP Investments und die British Columbia Investment Management Corporation an der Transaktion. Air Canada behält die verbleibenden 75 Prozent der Anteile und behält die operative Kontrolle sowie die strategische Führung des Programms.

Für die mehr als zehn Millionen registrierten Nutzer von Aeroplan sowie für Geschäftspartner und Beschäftigte sollen sich nach Unternehmensangaben durch den Eigentümerwechsel im Alltag keine Änderungen ergeben. Fluggesellschaften nutzen Vielfliegerprogramme zunehmend als hochrentable Geschäftsbereiche und verlässliche Einnahmequellen, da diese durch Kooperationen mit Kreditkartenanbietern, Hotels und Einzelhändlern stetige Cashflows generieren. Die Auslagerung von Anteilen ermöglicht es der Airline, Kapital freizusetzen, ohne das operative Kerngeschäft aus der Hand zu geben.

Die Einnahmen aus dem Teilverkauf setzt Air Canada gezielt zur Konsolidierung ihrer Unternehmensfinanzen ein. Ein Betrag von etwa 1,2 Milliarden kanadischen Dollar ist für die Tilgung einer fällig werdenden Anleihe vorgesehen, um die Zinslast zu senken und die Bilanz zu stärken. Die verbleibenden Mittel sollen vorrangig in ein Aktienrückkaufprogramm fließen, das ein Volumen von bis zu 800 Millionen kanadischen Dollar umfasst. Dies soll den Aktienkurs stützen und den Wert für die verbleibenden Anteilseigner erhöhen.

Finanzanalysten bewerten das Geschäft als Schritt zur Entlastung der Konzernbilanz, weisen jedoch auch auf potenzielle Risiken hin. Zwar verschafft der Zufluss an liquiden Mitteln der Fluggesellschaft kurzfristigen finanziellen Handlungsspielraum, langfristig muss das Unternehmen die künftigen Erträge des profitablen Kundenbindungsprogramms jedoch mit den neuen Miteigentümern teilen. Die Entwicklung zeigt, wie stark große Fluggesellschaften auf die Finanzkraft ihrer Treueprogramme angewiesen sind, um Kapitalmarktverpflichtungen zu bedienen.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung