Die irische Fluggesellschaft Aer Lingus beschleunigt die Umrüstung ihrer Flugzeuge auf das satellitengestützte Breitband-Internet von Starlink. Nach dem ersten Umbau eines Airbus A330 mit dem Kennzeichen EI-EIN im März 2026 sind mittlerweile alle Transatlantikflüge ab und nach Shannon mit dem System ausgestattet.
Der Internetzugang wird den Passagieren kostenfrei zur Verfügung gestellt. Nach Angaben der Fluggesellschaft ermöglicht das System Datenraten von über 500 Megabit pro Sekunde, was die Nutzung von Streaming-Diensten, Online-Spielen und datenintensiven Arbeiten während des Fluges erlaubt. Zusätzlich wurde das Live-Sportfernsehprogramm Sport 24 von IMG in das Unterhaltungsangebot an Bord integriert.
Die Erhebung von Nutzungsdaten zeigt eine hohe Nachfrage bei den Fluggästen: Auf den entsprechend ausgerüsteten Flügen verbinden sich im Durchschnitt 85 Prozent der Passagiere mit dem Netzwerk, häufig mit mehreren mobilen Endgeräten gleichzeitig. Bei einzelnen Transatlantikverbindungen wurden Datenmengen von bis zu 950 Gigabyte verarbeitet. In den internen Zufriedenheitsbefragungen der Fluggesellschaft schneiden die mit Starlink ausgestatteten Maschinen bei der Bewertung der Internetverbindung um 27 Punkte besser ab als Flugzeuge mit älteren Systemen.
Bis Ende 2026 plant die Tochtergesellschaft der International Airlines Group (IAG), ihre gesamte Langstreckenflotte mit der Starlink-Technologie auszurüsten. Die technischen Modifikationen werden vom eigenen Wartungspersonal in Hangar 6 am Flughafen Dublin durchgeführt. Aer Lingus schließt sich damit einer wachsenden Zahl internationaler Fluggesellschaften wie Hawaiian Airlines, Qatar Airways oder United Airlines an, die auf das Satellitennetzwerk von SpaceX setzen, um im Wettbewerb um Transatlantikpassagiere Schritt zu halten.
Luftfahrtanalysten weisen jedoch darauf hin, dass die kostenlose Bereitstellung hoher Bandbreiten beträchtliche Investitions- und Betriebskosten nach sich zieht. Die Refinanzierung erfolgt indirekt über die Ticketpreise, da Breitband-Internet auf Langstrecken zunehmend als Standarderwartung der Passagiere gilt. Zudem muss sich das System im Dauerbetrieb bei voll besetzten Großraumflugzeugen bewähren, wenn eine hohe Anzahl von Endgeräten gleichzeitig datenintensive Anwendungen nutzt.