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Steuerliche Rahmenbedingungen: Tui erwägt Verringerung der Flugzeugflotte in Belgien

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Der Reisekonzern Tui überprüft die Kapazitäten seiner belgischen Fluggesellschaft Tuifly Belgium und zieht eine Verringerung der im Land stationierten Flugzeuge in Betracht. Konzernchef Sebastian Ebel begründet diese Überlegungen mit steuerlichen Belastungen und steigenden Abgaben am Standort Belgien.

Derzeit betreibt das Unternehmen dort rund 20 Flugzeuge und beschäftigt etwa 2.100 Mitarbeiter. Hintergrund der Kritik ist unter anderem die für 2027 angekündigte Erhöhung der belgischen Flugsteuer für Strecken ab 500 Kilometern von fünf auf sieben Euro pro Passagier, während die Abgabe für Kurzstrecken unter 500 Kilometern unverändert bei zehn Euro verbleibt.

Die Reduzierung der Präsenz fügt sich in eine Reihe verkehrsseitiger Anpassungen des Konzerns auf dem belgischen Markt ein. Tui hatte in den vergangenen Jahren bereits schrittweise Kapazitäten zurückgefahren. So wurden die Langstreckenverbindungen ab Brüssel eingestellt und die Flüge ab dem Regionalflughafen Lüttich Anfang 2026 beendet. Für das Frühjahr 2027 ist zudem die Schließung der operativen Basis am Flughafen Antwerpen vorgesehen. Wie viele Maschinen im Zuge der aktuellen Überlegungen von belgischen Standorten abgezogen oder auf andere europäische Märkte verlagert werden könnten, ließ die Konzernführung bislang offen.

Branchenkenner und Analysten sehen in den Drohungen des Managements eine bewährte Verhandlungstaktik gegenüber der Politik, um Druck auf die nationale Abgabenstruktur auszuüben. Gleichzeitig verweisen Marktbeobachter darauf, dass der belgische Luftverkehrsmarkt durch die starke Präsenz von Billigfluggesellschaften wie Ryanair sowie der Netzfluggesellschaft Brussels Airlines unter hohem Konkurrenzdruck steht. Die Konsolidierung kleinerer Regionalbasen ermöglicht es dem Reisekonzern, Flotte und Personal flexibler an Standorten mit günstigeren Betriebskosten oder höherer Nachfrage einzusetzen.

Kritik an den möglichen Stationsschließungen kommt von Arbeitnehmervertretern und regionalen Flughafenbetreibern. Die Gewerkschaften befürchten bei einer Flottenreduzierung den Abbau von Arbeitsplätzen im fliegenden und technischen Personal. Zudem schwächt der Rückzug von Tui die Auslastung der belgischen Regionalflughäfen, die stark von den Flugbewegungen einzelner Touristikairline abhängen. Ob die angekündigten Maßnahmen in vollem Umfang umgesetzt werden, bleibt von den anstehenden Gesprächen zwischen Unternehmensführung, Arbeitnehmervertretern und Behörden abhängig.

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