Die türkische Ferienfluggesellschaft Corendon Airlines hat ihre erste Boeing 737 Max 8 mit türkischem Kennzeichen aus dem aktiven Dienst genommen und an das Leasingunternehmen BOC Aviation zurückgeführt.
Die Maschine mit der Kennung TC-MKS gehörte seit dem Jahr 2018 zur Flotte des Anbieters. Nach Ablauf der vereinbarten achtjährigen Leasingdauer erfolgte die Überführung des Flugzeugs vom Flughafen Antalya zum französischen Standort Tarbes-Lourdes-Pyrénées. Dort wurde das Flugzeug unter der neuen irischen Registrierung EI-HUC eingetragen, wo es bis zur Weitervermittlung an einen neuen Betreiber verbleibt.
Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin erfolgte die Rückgabe im Rahmen der regulären Vertragsfristen und war im Flugplan eingeplant. Den Wegfall der Passagierkapazität fängt die Fluggesellschaft für die verbleibende Sommersaison durch bereits eingeplante betriebliche Reserven ab. Corendon betreibt neben dem türkischen Stammbetrieb weitere Ableger in Europa, darunter Corendon Airlines Europe mit Sitz in Malta, und setzt bei der Bedienung touristischer Strecken weiterhin auf eine gemischte Flotte aus Maschinen der Typreihe Boeing 737-800 sowie verbliebenen Boeing 737 Max.
Flottenveränderungen bei Ferienfluggesellschaften spiegeln die aktuellen Herausforderungen bei der Bereitstellung von Fluggeräten wider. Während der weltweite Markt für Schmalrumpfflugzeuge durch Lieferverzögerungen bei Neuwagen und Engpässe bei Triebwerkswartungen geprägt ist, entscheiden sich Carrier vermehrt für das Auslaufenlassen von Leasingverträgen, um Flottenstrukturen zu vereinheitlichen oder betriebliche Fixkosten anzupassen. Der Standort Tarbes dient in diesem Kontext als zentraler Knotenpunkt für die Zwischenlagerung, Wartung und Wiederaufbereitung von Leasingrückläufern im europäischen Raum.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die fristgerechte Rückgabe ohne unmittelbare Neubestellung die Kapazitätsplanung von Corendon in einem intensiven Marktumfeld fordert. Insbesondere auf den Kernrouten zwischen Deutschland, den Niederlanden und der Türkei herrscht ein hoher Wettbewerb mit Mitanbietern wie SunExpress oder Pegasus Airlines. Die Auslastung der verbleibenden Reservemaschinen während der verkehrsreichen Sommermonate bildet einen wesentlichen Faktor für die operative Stabilität des Flugbetriebs.