Embraer 175 (Foto: Aaron Davis).
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Envoy Air erklärt Notstand nach mehreren abgebrochenen Landeversuchen wegen Unwettern

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Ein Passagierflugzeug des Typs Embraer E175 der Fluggesellschaft Envoy Air, das im Auftrag von American Eagle unterwegs war, musste auf dem Flug von Dallas nach Lexington nach drei abgebrochenen Landeanflügen an zwei verschiedenen Flughäfen einen Treibstoffnotstand erklären.

Grund für die Komplikationen waren schwere Gewitter über dem US-Bundesstaat Kentucky, die eine sichere Landung an den ursprünglichen Zielorten verunmöglichten. Nach den Fehlversuchen in Lexington und Louisville verfügte die Maschine nach Pilotenangaben nur noch über eine Treibstoffreserve für etwa 30 Flugminuten. Der Flugkapitän setzte daraufhin einen Notruf ab und steuerte den rund 160 Kilometer entfernten Evansville Regional Airport im Bundesstaat Indiana an. Dort landete das Flugzeug mit 76 Passagieren an Bord ohne weitere Zwischenfälle. Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration leitete eine Untersuchung des Vorfalls ein.

Routenverlauf und wetterbedingte Abweichungen

Der Flug mit der Nummer AA3927 startete am Dienstagnachmittag um 14:09 Uhr Ortszeit am Dallas/Fort Worth International Airport mit Kurs auf den Blue Grass Airport in Lexington. Während des rund zweistündigen Fluges verschlechterte sich die Wetterlage entlang der Flugroute erheblich. Beim Anflug auf die Landebahn 22 in Lexington sahen sich die Piloten aufgrund von Turbulenzen und schlechter Sicht gezwungen, den Landeanflug in einer Höhe von etwa 2.200 Fuß abzubrechen.

Anstatt in eine Warteschleife einzutreten, entschied sich die Besatzung für den Weiterflug zum festgelegten Ausweichflughafen Louisville Muhammad Ali International Airport, der etwa 110 Kilometer entfernt liegt. Doch auch im Luftraum über Louisville hatten sich schwere Unwetterzellen gebildet. Beim ersten Anflug auf die Landebahn 35R musste die Maschine in einer Höhe von unter 600 Fuß erneut durchstarten. Ein unmittelbar folgender zweiter Anrufversuch auf der parallelen Landebahn 35L wurde in einer Höhe von rund 1.500 Fuß ebenfalls abgebrochen.

Erklärung des Notstands und Sicherheitsreserven

Nach dem dritten abgebrochenen Anflugversuch befand sich die Embraer E175 bereits seit mehr als zwei Stunden und 40 Minuten in der Luft, was die geplante Flugdauer um über 30 Prozent überschritt. Angesichts der schwindenden Treibstoffreserven wählte die Besatzung den Transpondercode 7700, um der Flugsicherung einen allgemeinen Notfall zu melden. Zu diesem Zeitpunkt reichte der verbliebene Treibstoff nach Angaben der Besatzung noch für rund 30 Minuten Flugzeit.

In der Kommunikation mit der Flugverkehrskontrolle bat einer der Piloten darum, die Landebahn am Ausweichflughafen Evansville freizuhalten, da das Flugzeug keine Kapazitäten für ein weiteres Durchstartmanöver mehr aufweise. US-amerikanische Bestimmungen für den kommerziellen Luftverkehr schreiben vor, dass Flugzeuge neben der benötigten Treibstoffmenge für die Flugstrecke und den Weg zum Ausweichflughafen eine finale Reserve für mindestens 45 Minuten zusätzlichen Flugbetrieb mitführen müssen. Der Vorfall verdeutlicht, wie unvorhergesehene Wetterentwicklungen an mehreren Flughäfen diese gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsreserven innerhalb kurzer Zeit aufbrauchen können.

Landung in Evansville und Fortsetzung des Flugbetriebs

Die Maschine mit dem Kennzeichen N285NN landete schließlich sicher auf der Landebahn 22 des Evansville Regional Airport in Indiana. Da Evansville regulär von Flügen der Marke American Eagle angeflogen wird, standen vor Ort die notwendige Bodenabfertigung und Betankungsinfrastruktur unverzüglich zur Verfügung.

Nach der Betankung konnte das Flugzeug seinen Weg fortsetzen. Die Embraer E175 absolvierte den 30-minütigen Weiterflug nach Lexington und trat anschließend den vereinbarten Rückflug nach Dallas an. Der Rückflug hob in Lexington mit einer Verzögerung von etwas mehr als drei Stunden um 20:47 Uhr Ortszeit ab. Die Unwetterfront führte am selben Tag auch an anderen US-amerikanischen Großflughäfen wie Atlanta, Charlotte, Chicago O’Hare und Washington Dulles zu Verspätungen und Umleitungen im Flugverkehr.

Behördliche Ermittlungen zum Flugverlauf

Die Federal Aviation Administration hat eine Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände der Treibstoffberechnung, der Ausweichentscheidungen und der Wetterberatung vor dem Start zu überprüfen. Im Zentrum der Ermittlungen steht die Frage, ob die Menge des mitgeführten Treibstoffs den meteorologischen Vorhersagen für die Region Kentucky angemessen war.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die operative Praxis der Treibstoffplanung bei Regionalfluggesellschaften. Envoy Air ist die größte der drei hundertprozentigen Regionaltöchter von American Airlines und setzt die Maschinen vom Typ Embraer E175 in einer Drei-Klassen-Konfiguration mit 76 Sitzplätzen ein. Die Ergebnisse der behördlichen Untersuchung werden Aufschluss darüber geben, ob Anpassungen bei den Vorgaben für Ausweichflughäfen bei extremen Wetterlagen erforderlich sind.

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