Die deutsche Fluggesellschaft Sundair hat am 15. August 2026 eine direkte Flugverbindung zwischen dem Flughafen Berlin Brandenburg und der syrischen Hauptstadt Damaskus aufgenommen. Damit besteht erstmals seit dem Jahr 2011 wieder eine ununterbrochene Flugstrecke zwischen der deutschen Hauptstadtregion und Syrien.
Die Route wird künftig zweimal wöchentlich bedient und beruht auf einem bilateralen Luftverkehrsabkommen, das Mitte Juli 2026 zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Arabischen Republik Syrien unterzeichnet wurde. Die Aufnahmen dieser Flugverbindung zielt primär darauf ab, der großen syrischen Gemeinschaft in Deutschland eine direkte Reisemöglichkeit zu Verwandten und Geschäftspartnern im Herkunftsland zu bieten. Das Projekt wird von Vertretern der Flughafengesellschaft, der Airline sowie diplomatischen Stellen als Schritt zur Intensivierung der infrastrukturellen und humanitären Verbindungen gewertet, während Beobachter auch die komplexen Rahmenbedingungen des Nahen Ostens im Blick behalten.
Das neue Flugangebot und die operative Abwicklung
Die neue Flugverbindung wird von Sundair jeweils am Dienstag und am Samstag angeboten. Der Abflug am Flughafen Berlin Brandenburg erfolgt planmäßig um 11:00 Uhr, wobei die Ankunft am Damaskus International Airport nach einer Flugzeit von rund vier Stunden für 16:05 Uhr Ortszeit vorgesehen ist. Der Rückflug startet um 17:05 Uhr in Damaskus und erreicht den BER um 20:30 Uhr. Die Flugdauer in Richtung Deutschland ist aufgrund meteorologischer Gegebenheiten mit vier Stunden und zwanzig Minuten geringfügig länger veranschlagt. Zwischen Deutschland und Syrien besteht eine Zeitverschiebung von plus einer Stunde.
Für die Durchführung dieser Strecken setzt Sundair Flugzeuge vom Typ Airbus A320 ein, die über eine Kapazität von 180 Passagiersitzen verfügen. Die in Stralsund ansässige Fluggesellschaft betreibt eine operative Basis in der Nähe des Berliner Flughafens und unterhält derzeit eine Flotte aus drei Maschinen des Typs Airbus A320 sowie einem Airbus A319. Neben typischen Zielen im Urlaubsreiseverkehr bedient das Unternehmen vom BER aus auch Strecken, die von Reisenden mit familiären Bindungen genutzt werden, darunter Verbindungen nach Beirut im Libanon.
Diplomatische und behördliche Grundlagen des Flugbetriebs
Die rechtliche Grundlage für die Wiederaufnahme der Linienflüge bildet ein bilaterales Luftverkehrsabkommen, auf das sich die zuständigen Ministerien und Luftfahrtbehörden der beiden Staaten Mitte Juli 2026 geeinigt haben. Solche Vereinbarungen regeln die Vergabe von Verkehrsrechten, Sicherheitsstandards und administrative Abläufe im grenzüberschreitenden Flugverkehr. Seit dem Ausbruch der Auseinandersetzungen in Syrien im Jahr 2011 war der direkte Luftverkehr zwischen beiden Nationen unterbrochen, was die Reisetätigkeit für Zivilpersonen stark erschwerte und Umwege über Drittstaaten erforderte.
MHD. Baraa Chukri, Geschäftsträger der Botschaft der Arabischen Republik Syrien in Berlin, hob hervor, dass die diplomatische Vertretung den Abstimmungsprozess mit den beteiligten Stellen in beiden Ländern intensiv begleitet habe. Die Einrichtung der Direktverbindung verkürze die Reisezeiten für die in Deutschland lebenden Syrier spürbar und bedeute eine administrative sowie logistische Erleichterung. Auch aus Sicht der Führung des Flughafens Berlin Brandenburg stellt die Route eine Ergänzung des Streckennetzes in den Nahen Osten dar. Aletta von Massenbach, Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, betonte das bestehende Bedürfnis nach direkten Reisemöglichkeiten für Personen mit familiären Verbindungen in die Region.
Wirtschaftliche Perspektiven der Fluggesellschaft
Für Sundair fügt sich die Route nach Damaskus in eine Unternehmensstrategie ein, die neben dem saisonalen Touristikverkehr gezielt auf die Nachfrage im Nischensegment der ethnischen Zielgruppen setzt. Der Geschäftsführer der Sundair, Marcos Rossello, erklärte anlässlich des Erstfluges, dass die Strecke neben den persönlichen Kontakten auch wirtschaftliche und humanitäre Beziehungen stützen soll.
In den vergangenen Jahren haben sich Flugverbindungen zu Zielen im Nahen Osten für verschiedene europäische Charter- und Nischenfluggesellschaften als wirtschaftlich stabil erwiesen, da die Nachfrage nach Besuchskontakten weniger stark von rein touristischen Konjunkturzyklen abhängt. Gleichzeitig erfordert der Flugbetrieb in Destinationen des Nahen Ostens ein kontinuierliches Risikomanagement sowie die ständige Überprüfung der Sicherheitslage im Luftraum und an den Zielhäfen durch die internationalen und nationalen Luftfahrtbehörden.
Rahmenbedingungen und Herausforderungen im Nahost-Luftverkehr
Die Wiederaufnahme von Direktflügen nach Damaskus erfolgt in einem vielschichtigen politischen und wirtschaftlichen Umfeld. Die syrische Infrastruktur ist nach wie vor von den Folgen des jahrelangen Konflikts geprägt. Der Flughafen in Damaskus war in der Vergangenheit mehrfach Gegenstand von sicherheitstechnischen Überprüfungen und operativen Unterbrechungen. Dennoch zeigt die Einigung auf das Luftverkehrsabkommen vom Juli 2026, dass beide Seiten an einer geordneten Abwicklung des zivilen Personenverkehrs interessiert sind.
Branchenexperten verweisen darauf, dass die Dauerhaftigkeit einer solchen Flugverbindung nicht nur von der Auslastung der Maschinen abhängt, sondern auch von der Entwicklung der geopolitischen Gesamtlage in der Region. Sollten die operativen Abläufe am Boden und im Luftraum stabil bleiben, könnte die Flugverbindung als Modell für weitere infrastrukturelle Annäherungen zwischen europäischen Staaten und Ländern des Nahen Ostens dienen. Für die betroffenen Passagiere entfallen durch die Direktverbindung zeitaufwendige Zwischenstopps, was den Transitverkehr zwischen Mitteleuropa und der Levante vereinfacht.