Nach vier Streiktagen haben sich der Bodenabfertigungsdienstleister Swissport und die spanische Gewerkschaft Comisiones Obreras (CCOO) vor dem balearischen Schlichtungsgericht Tamib auf eine Vereinbarung geeinigt.
Der Arbeitskampf am Flughafen Palma de Mallorca sowie geplante Protestaktionen wurden daraufhin vorerst ausgesetzt. Vorausgegangen waren wochenlange Verhandlungen über die Entlohnung und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdienste in Spanien blieben größere Störungen im Flugbetrieb für Fluggesellschaften wie Condor, TUI oder Air Canada während der Streikphasen weitgehend begrenzt.
Kern der Einigung ist die Zusicherung von Swissport, die Gehaltsstrukturen an den nationalen Branchentarifvertrag für Bodenabfertigungsdienste anzupassen und die Entlohnung für das Jahr 2026 an die Ausgleichsrate der Inflation anzugleichen. Zudem sichert das Unternehmen zu, Arbeitszeiten im tariflich maximal möglichen Umfang aufzustocken, um der ausgeprägten Saisonalität des Flugverkehrs auf Mallorca zu begegnen. Ebenfalls geprüft wird der Ausgleich finanzieller Differenzen für Personal, das im Zuge früherer Betreiberwechsel von Mitbewerbern wie Groundforce übernommen wurde. Offen bleiben Verhandlungen über gesonderte Zuschläge für Beschäftigte im Passagierbereich, die in kommenden Gesprächen behandelt werden sollen.
Der Arbeitskampf war zuletzt durch eine Spaltung der Arbeitnehmervertretung belastet. Während die konkurrierende Gewerkschaft UGT bereits Ende Juli eine Vereinbarung über Einmalzahlungen und Vertragsaufstockungen unterzeichnete und den Streik beendete, lehnte CCOO diese Zugeständnisse als unzureichend ab. Die Gewerkschaft verwies auf Lohnrückstände von 400 bis 600 Euro im Monat im Vergleich zu anderen Dienstleistern am Standort Palma.
Luftfahrt- und Arbeitsexperten bewerten die Schlichtung als notwendigen Schritt, um die betriebliche Stabilität auf einem der verkehrsreichsten Urlaubsflughäfen Europas mitten in der Hauptreisezeit zu sichern. Das Geschäftsmodell von Bodenabfertigern steht unter hohem Kostendruck durch den harten Preiswettbewerb der Fluggesellschaften, was bei saisonalen Nachfragespitzen regelmäßig zu Konflikten um die Personalausstattung und Arbeitsbelastung führt.