Airbus A380 (Foto: Emirates).
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Emirates beantragt Streckenrechte für Flüge von Mailand nach Südamerika und fordert die Lufthansa-Gruppe heraus

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Die Golf-Fluggesellschaft Emirates plant einen Ausbau ihres Streckennetzes ab Norditalien in Richtung Lateinamerika. Wie aus Berichten italienischer Medien hervorgeht, hat die Fluggesellschaft Streckenrechte für eine Direktverbindung vom Flughafen Mailand-Malpensa nach Lima in Peru beantragt.

Das Vorhaben basiert auf der Nutzung von Sonderregeln des internationalen Luftrechts und trifft direkt auf die Pläne der Deutschen Lufthansa, die nach der geplanten Übernahme der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways ihr eigenes Angebot auf den Verbindungen über den Atlantik ausbauen möchte. Der Vorstoß von Emirates unterstreicht die veränderten Passagierströme und den zunehmenden Wettbewerb ausländischer Fluggesellschaften um lukrative Langstreckenmärkte in Europa.

Nutzung der Fünften Freiheit für transatlantische Verbindungen

Grundlage für die Expansionspläne von Emirates ab italienischen Flughäfen ist das Prinzip der sogenannten Fünften Freiheit des internationalen Luftrechts. Diese Regelung gestattet es einer Fluggesellschaft, Fluggäste und Fracht zwischen zwei fremden Staaten zu befördern, sofern der jeweilige Flug im Heimatland des Anbieters beginnt oder endet. Da Direktflüge von Dubai nach Südamerika aufgrund der großen Distanzen und der damit verbundenen Einschränkungen bei der Zuladung betrieblich an Grenzen stoßen, nutzt Emirates europäische Drehkreuze als Zwischenstopp für die Überquerung des Atlantiks.

In Mailand-Malpensa wendet Emirates dieses Betriebsmodell bereits seit mehreren Jahren auf der Verbindung von Dubai über Mailand nach New York an. Die beantragte Linie nach Lima würde demselben Muster folgen und es der Fluggesellschaft erlauben, Passagiere ausschließlich für die Teilstrecke zwischen Norditalien und Peru an Bord zu nehmen. Nach Informationen aus der Luftfahrtbranche reisen jährlich rund 150.000 Passagiere aus dem Einzugsgebiet von Mailand nach Lima. Neben der Route nach Peru prüft Emirates dem Vernehmen nach weitere Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ab Mailand nach Los Angeles, Santiago de Chile sowie Mexiko-Stadt. Eine behördliche Genehmigung der italienischen Luftfahrtbehörden wird kurzfristig erwartet, was einen Start der Flüge bereits im Winterflugplan 2026/2027 ermöglichen könnte.

Die Rolle von ITA Airways im Südamerika-Geschäft der Lufthansa

Für den Lufthansa-Konzern stellt der Schritt von Emirates eine direkte Konkurrenz in einem Marktsegment dar, das für die künftige Ausrichtung der italienischen Tochtergesellschaft ITA Airways eine Rolle spielt. Lufthansa strebt an, die Anbindung Italiens an Lateinamerika über das Drehkreuz Rom-Fiumicino neu zu ordnen und zu stärken. In den Überlegungen des Managements nehmen Ziele wie Lima, Caracas und Santiago de Chile Spitzenplätze bei der Evaluierung neuer Langstrecken ein.

Der Markt für Reisen zwischen Italien und Südamerika gilt aufgrund historischer, kultureller und wirtschaftlicher Verflechtungen als ertragsstark. Während Lufthansa vorrangig darauf setzt, Passagiere über ihr geplantes Drehkreuz in Rom zu bündeln und umzuleiten, bietet Emirates aus dem wirtschaftsstarken norditalienischen Raum Direktverbindungen an. Sollte Emirates die Streckenrechte erhalten und operative Kapazitäten in Mailand aufbauen, könnte dies den Passagierzustrom nach Rom verringern und die Wirtschaftlichkeit neuer ITA-Langstrecken ab der italienischen Hauptstadt beeinträchtigen.

Ordnungspolitische Diskussionen um den Zugang zum europäischen Markt

Der Antrag von Emirates erneuerte in Branchenkreisen die Debatte über die Gewährung von Verkehrsrechten an Fluggesellschaften aus Drittstaaten. Vertretungen europäischer Fluggesellschaften verweisen regelmäßig darauf, dass die Erteilung von Rechten der Fünften Freiheit den Wettbewerb auf europäischen Heimatmärkten verzerre. Während europäische Netzcarrier an strengere regulatorische Auflagen gebunden sind, nutzen Fluggesellschaften aus der Golfregion ihre Finanzkraft und modernere Flotten, um Marktanteile auf Strecken zwischen Europa und Amerika zu gewinnen.

Kritiker dieser Ausdehnung betonen, dass Streckenrechte der Fünften Freiheit ursprünglich geschaffen wurden, um die Anbindung unterversorgter Regionen sicherzustellen. Da das Nordatlantik- und Südatlantikgeschäft ab Europa jedoch hochfrequentiert ist, sehen traditionelle Anbieter in der Zulassung weiterer Marktteilnehmer eine zusätzliche Belastung für die Margen der etablierten europäischen Fluggesellschaften. Auf der anderen Seite profitieren Kunden und der Flughafen Mailand-Malpensa von einem größeren Flugangebot und einer direkten Anbindung an globale Zielgebiete ohne Umstieg an anderen europäischen Hauptdrehkreuzen.

Perspektiven für das Drehkreuz Mailand-Malpensa

Für den Flughafen Mailand-Malpensa bedeutet das Interesse von Emirates eine Aufwertung des Standorts im internationalen Langstreckenverkehr. Nach dem Rückzug früherer Drehkreuz-Aktivitäten von Alitalia hat sich Malpensa stark auf den Punkt-zu-Punkt-Verkehr sowie auf Frachtleistungen konzentriert. Die Ansiedlung von Transatlantikflügen durch internationale Anbieter stärkt die Position des norditalienischen Flughafens im Wettbewerb mit anderen europäischen Großflughäfen.

Ob die beantragten Strecken dauerhaft gewinnbringend betrieben werden können, hängt von der Entwicklung der Treibstoffkosten und der tatsächlichen Nachfrage im gehobenen Preissegment ab. Für die Lufthansa-Gruppe unterstreicht der Vorstoß von Emirates die Notwendigkeit, die Integration von ITA Airways zügig voranzutreiben und die Kapazitäten auf den Strecken nach Südamerika rasch abzustimmen, um den Marktanteil in Italien gegenüber der internationalen Konkurrenz zu behaupten.

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