Der Flughafen Innsbruck hat mit der Implementierung der Online-Plattform WebTrak ein System zur öffentlichen Darstellung von Flugbewegungen und Messdaten in Betrieb genommen.
Das System verknüpft Radardaten der österreichischen Flugsicherung mit den Messergebnissen von drei fest installierten Lärmmessstationen des Landes Tirol. Die Standorte befinden sich am Innsbrucker Fürstenweg, im Stadtteil Allerheiligen sowie in der Nachbargemeinde Völs. Interessierte können die Flugspuren, Flughöhen, Flugzeugtypen und Schallwerte mit einer zeitlichen Verzögerung von rund einer Stunde auf einer interaktiven Karte abrufen.
Die Bereitstellung des Portals dient der Bereitstellung einer objektiven Datengrundlage für Anwohner und Betroffene im Inntal. Durch die topografische Kessellage des Flughafens Innsbruck und die damit verbundenen An- und Abflugverfahren über besiedeltem Gebiet steht der Fluglärm regelmäßig im Fokus lokaler Diskussionen. Flughafengeschäftsführer Marco Pernetta und der Tiroler Umweltlandesrat René Zumtobel begründen den Schritt mit dem Wunsch nach mehr Transparenz im Nachbarschaftsdialog, um die subjektive und objektive Wahrnehmung der Lärmbelastung besser abzugleichen.
Der Flughafen Innsbruck verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 882.876 Passagiere und gilt als zweitgrößter Bundesländerflughafen Österreichs. Die Auslastung ist stark von der Wintersaison und dem alpinen Touristenverkehr geprägt, was zu saisonalen Spitzen bei den Flugbewegungen führt. Eigentümer der Flughafenbetriebsgesellschaft sind die Innsbrucker Kommunalbetriebe mit 51 Prozent sowie das Land Tirol und die Stadt Innsbruck mit jeweils 24,5 Prozent. Die öffentliche Hand steht dabei im Spannungsfeld zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Standorts und den Lärmschutzinteressen der Anrainer.
Lärmschutzinitiativen und Bürgergruppen bewerten den digitalen Informationsdienst als einen Schritt zur verbesserten Dokumentation von Fluglärm. Kritiker merken jedoch an, dass reine Transparenzmaßnahmen allein keine Reduzierung der tatsächlichen Schallimmissionen bewirken. Ob das neue Portal zu einer Befriedung der Diskussionen im Inntal beiträgt, hängt von den künftigen Kapazitätsentwicklungen des Flugbetriebs und möglichen betrieblichen Anpassungen bei Spitzenbelastungen ab.