Der Reisekonzern Tui vermarktet das Hotel Tui Blue Kalamota Island auf der südchroatischen Insel Koločep verstärkt als Ausgangspunkt für grenzüberschreitende Ausflüge in die Nachbarstaaten Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina.
Das Reiseangebot richtet sich ausschließlich an erwachsene Gäste und kombiniert den Aufenthalt auf der autofreien Adriainsel nahe Dubrovnik mit Tagesreisen zu regionalen Sehenswürdigkeiten wie der Bucht von Kotor oder der Stadt Mostar. Der Vertrieb erfolgt unter anderem über das konzerneigene Ausflugsnetzwerk Tui Musement, das verschiedene Tagestouren im Großraum Dubrovnik anbietet.
Die geografische Lage im äußersten Süden Kroatiens ermöglicht das Erreichen ausländischer Zielorte innerhalb von Tagesdistanzen. Allerdings verweisen Reiseanalysten und Branchenbeobachter auf logistische Herausforderungen bei grenzüberschreitenden Bus- und Schiffsausflügen in der Region. Da Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina keine Mitglieder des Schengen-Raums sind, führen Grenzkontrollen an den Übergängen in den Sommermonaten regelmäßig zu erheblichen Wartezeiten. Die Einbindung der Bootsüberfahrt von Koločep zum Festland erhöht den zeitlichen Gesamtaufwand für Tagesreisen zusätzlich.
Der regionale Tourismussektor an der südlichen Adriaküste ist stark von saisonalen Schwankungen und Kapazitätsgrenzen geprägt. Die nahegelegene UNESCO-Welterbestadt Dubrovnik kämpft seit Jahren mit hohem Besucheraufkommen, was zu Regulierungen bei Kreuzfahrtschiffen und Gruppenreisen führte. Durch das Ausweichen von Ausflugsgruppen auf Destinationen im Hinterland wird versucht, das touristische Angebot breiter aufzufächern. Die Preisstruktur für Unterkünfte und Landausflüge spiegelt dabei das allgemeine Preiswachstum im kroatischen Gastgewerbe seit der Einführung des Euro wider.
Die Vermarktung von Mehr-Länder-Konzepten stellt einen Versuch dar, die Verweildauer von Urlaubern in der Region zu erhöhen und die Auslastung von Hotelkapazitäten zu sichern. Ob diese Form des kombinierten Insel- und Ausflugstourismus den Erwartungen der Gäste entspricht, hängt maßgeblich von der Verkehrssituation an den Außengrenzen der Europäischen Union sowie der pünktlichen Abwicklung der Transferketten ab.