Am Flughafen München ist es innerhalb weniger Tage erneut zu einer Beschädigung der Befeuerungsanlage an der südlichen Start- und Landebahn 26L gekommen. Bei der Landung des Lufthansa-Fluges LH459 aus San Francisco am 17. August 2026 setzte ein Airbus A380-800 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen D-AIML vor der markierten Schwelle auf dem Beton auf.
Dabei wurden Teile der Pistenbeleuchtung beschädigt. Sämtliche 351 Passagiere an Bord blieben unverletzt und konnten das Flugzeug nach dem Ausrollen regulär verlassen. Die betroffene Bahn musste für Reparaturarbeiten kurzzeitig gesperrt werden, konnte jedoch nach knapp einer Stunde wieder für den Betrieb freigegeben werden.
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat eine offizielle Untersuchung des Vorfalls eingeleitet, um die genauen Ursachen für das verfrühte Aufsetzen zu klären. Laut Angaben der Deutschen Flugsicherung war im Vorfeld kein ungewöhnliches Anflugverhalten dokumentiert worden. Der betroffene Superjumbo erlitt bei dem Bodenkontakt Schäden an den Reifen und blieb am Drehkreuz München am Boden, wo Wartungstechniker die Lufttüchtigkeit des Fluggeräts überprüfen. Die Fluggesellschaft erklärte, die laufenden Ermittlungen der Behörden vollständig zu unterstützen.
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Betriebsstörungen auf derselben Piste. Erst zwei Tage zuvor, am 15. August 2026, hatte eine Boeing 787-9 von Vietnam Airlines im Startlauf das Ende der Landebahn 26L überrollt und ebenfalls Teile der Befeuerungsanlage zerstört. Auch zu diesem Ereignis führt die BFU eigenständige Untersuchungen durch. Das zeitnahe Auftreten zweier voneinander unabhängiger Zwischenfälle an derselben Infrastruktur richtet den Fokus der Fachwelt auf die Anflug- und Startverfahren sowie die betrieblichen Abläufe am zweitgrößten deutschen Drehkreuz.
Luftfahrt- und Sicherheitsexperten betonen, dass Beschädigungen der Pistenbefeuerung Risiken für nachfolgende Flugzeuge bergen können, da Trümmerteile auf der Fahrbahn potenzielle Reifenschäden verursachen. Die rasche Unterbrechung des Flugbetriebs zur Trümmerbeseitigung verhinderte Folgeschäden, führte jedoch zu kurzzeitigen Verzögerungen im Münchner Flugplan. Die finalen Untersuchungsberichte der BFU sollen Aufschluss darüber geben, ob menschliches Versagen, schwierige Windverhältnisse oder technische Faktoren zu den verfrühten beziehungsweise späten Bodenkontakten führten.