"Premium-BIZ-Seat" (Foto: Eurowings).
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Eurowings Biz-Class-Sitze auf ausgewählten Kurz- und Mittelstrecken ein

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Die deutsche Fluggesellschaft Eurowings überarbeitet ihr Angebot im höherpreisigen Segment auf Kurz- und Mittelstrecken. Im Rahmen der Veröffentlichung des Winterflugplans 2026/2027 kündigte die Tochtergesellschaft des Lufthansa-Konzerns die Einführung des sogenannten Premium Biz Seat an.

Hierbei handelt es sich um eine fest installierte Sitzkonfiguration in den ersten beiden Reihen von Flugzeugen des Typs Airbus A320neo, bei der die bisherige Bestuhlung durch breitere Einzelsitze ersetzt wird. Damit weicht das Unternehmen auf ausgewählten Verbindungen von der in Europa üblichen Praxis ab, in der Business Class lediglich den mittleren Sitz einer Dreiher-Sitzreihe frei zu lassen. Der Verkauf der Flugscheine für die umgebauten Kabinenbereiche ist gestartet, der reguläre Einsatz der modifizierten Maschinen soll am 1. Dezember 2026 beginnen.

Veränderung der Raumaufteilung in der Airbus A320neo-Flotte

Die technische Umgestaltung betrifft die vorderen zwei Sitzreihen der Flugzeuge des Typs Airbus A320neo. Durch den Einbau des Sitzmodells Comoda des italienischen Herstellers Geven wird die klassische Anordnung von sechs Sitzen pro Reihe (3-3-Bestuhlung) auf vier Sitze pro Reihe (2-2-Bestuhlung) reduziert. In den ersten zwei Reihen verringert sich die Gesamtkapazität dadurch von 18 auf acht Sitzplätze. Die neuen Einzelsitze bieten eine breitere Sitzfläche, verstellbare Beinablagen, eine stärkere Neigung der Rückenlehne sowie integrierte USB-Ladeanschlüsse.

Der Schritt folgt auf eine Testphase, die das Unternehmen im November 2025 auf der Mittelstreckenverbindung zwischen Berlin und Dubai begonnen hatte. Nach Auswertung der Kundenbefragungen und Auslastungszahlen entschied die Unternehmensführung um Geschäftsführer Max Kownatzki, die Konfiguration auf die gesamte Flotte des Typs A320neo auszuweiten. Der Einbau der neuen Sitze in den betroffenen Flugzeugen soll im Verlauf des Novembers 2026 abgeschlossen werden.

Einsatzgebiete und Streckenauswahl im Winterhalbjahr 2026/2027

Der Einsatz des neuen Kabinenprodukts konzentriert sich im Winterflugplan auf stark frequentierte Urlaubs- und Geschäftsreiseziele im Europaverkehr sowie auf Mittelstreckenverbindungen in den Nahen Osten. Auf der Route nach Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) wird die Bestuhlung auf allen Flügen angeboten. Die Direktflüge starten täglich ab Berlin, viermal wöchentlich ab Stuttgart sowie dreimal wöchentlich ab Köln/Bonn.

Im europäischen Streckennetz wird das Produkt auf Flügen nach London-Heathrow integriert. Hierzu zählen bis zu 28 wöchentliche Verbindungen ab Düsseldorf sowie sämtliche Flüge von Berlin in die britische Hauptstadt. Darüber hinaus wird die Kabinenanpassung auf Routen nach Spanien angeboten: Täglich ab Düsseldorf sowie bis zu viermal wöchentlich ab Berlin nach Palma de Mallorca sowie auf vier wöchentlichen Verbindungen von Düsseldorf nach Málaga.

Serviceumfang und Differenzierung der Preisstrukturen

Der Serviceumfang an Bord unterscheidet sich nach der Flugdistanz. Auf allen Strecken erhalten Passagiere des gebuchten Produkts eine Verpflegung, ein Erfrischungstuch sowie Getränke. Auf den längeren Flügen nach Dubai umfasst die Betreuung zusätzlich die Ausgabe von Decken, Kissen und Pflegeutensilien (Amenity Kits) sowie die Bereitstellung des Speisenangebots auf Porzellangeschirr.

Die preisliche Gestaltung ist gestaffelt und unterscheidet sich je nach Zielgebiet und Buchungskategorie. Auf den Routen nach Palma de Mallorca und Málaga ist der Sitzplatz im regulären Bizclass-Tarif ab 199,99 Euro enthalten. Auf Flügen nach London-Heathrow beginnen die Ticketpreise bei 119,99 Euro, wobei der Einzelsitz gegen einen Aufpreis ab 60,00 Euro hinzugebucht werden kann. Auf der Mittelstrecke nach Dubai liegt der Einstiegspreis für die Flugkarte bei 289,99 Euro, während die Option auf den Premium Biz Seat als Zusatzleistung ab 300,00 Euro angeboten wird.

Marktkontext und Branchenvergleich im europäischen Luftverkehr

Die Umgestaltung der Kabine stellt einen Versuch dar, sich im Wettbewerb der europäischen Punkt-zu-Punkt-Fluggesellschaften stärker im Premiumsegment zu positionieren. Die meisten europäischen Fluggesellschaften verzichten auf Kurz- und Mittelstrecken auf den Einbau spezieller Business-Class-Sitzgelegenheiten, da feste Einbauten die Flexibilität bei der Kabinenaufteilung einschränken und die Maximierung der Sitzplatzkapazität erschweren. Stattdessen nutzen etablierte Netzgesellschaften in Europa flexible Trennwände und halten lediglich den Mittelsitz frei.

Echte 2-2-Bestuhlungskonzepte auf der Kurz- und Mittelstrecke sind derzeit primär im nordamerikanischen Markt („First Class“) oder bei asiatischen Fluggesellschaften verbreitet. Mit der Verringerung der Sitzplatzanzahl in den ersten Reihen verzichtet die Fluggesellschaft auf Passagierkapazität im Standardsegment, um im Gegenzug höhere Erträge pro Sitzplatz im oberen Preissegment zu erzielen. Ob sich das Modell auf Dauer finanziell trägt, hängt von der Zahlungsbereitschaft von Geschäftsreisenden und einkommensstärkeren Urlaubsreisenden in den Wintermonaten ab.

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