Die spanische Fluggesellschaft Iberia verlängert die Aussetzung ihrer Direktflüge zwischen Madrid und der kubanischen Hauptstadt Havanna bis mindestens Juni 2027.
Grund für die anhaltende Streichung der Verbindung ist die schwere Energie- und Treibstoffkrise auf Kuba, die eine verlässliche Betankung von Langstreckenflugzeugen vor Ort unmöglich macht. Die zur International Airlines Group (IAG) gehörende Airline hatte bereits seit Februar Ausweichmaßnahmen ergreifen müssen und auf den Rückflügen nach Europa einen technischen Zwischenstopp im dominikanischen Santo Domingo eingelegt, um Kerosin nachzutanken. Nach schrittweisen Frequenzreduzierungen wurde die Direktverbindung im Juni schließlich komplett eingestellt.
Betroffenen Passagieren bietet das Unternehmen kostenfreie Umbuchungen, Ticketerstattungen oder alternative Routenführungen an. Als Ersatzverbindung dient vor allem eine Umsteigeverbindung über Panama-Stadt, von wo aus die Weiterreise nach Kuba im Rahmen eines Codeshare-Abkommens mit der panamaischen Fluggesellschaft Copa Airlines erfolgt. Trotz des eingestellten Flugbetriebs bleiben die Vertretungsbüros von Iberia in Havanna geöffnet, um die Abwicklung von Kundenanfragen und die Umbuchungsprozesse vor Ort zu unterstützen.
Der Schritt von Iberia verdeutlicht die tiefgreifenden wirtschaftlichen Probleme Kubas, die zunehmend Auswirkungen auf den internationalen Luftverkehr haben. Infrastrukturelle Ausfälle im Stromnetz und akuter Devisenmangel beeinträchtigen die Versorgung mit Luftfahrttreibstoff an den nationalen Flughäfen nachhaltig. Auch andere europäische Fluggesellschaften sahen sich in den vergangenen Monaten gezwungen, ihre Kapazitäten nach Kuba anzupassen oder zusätzliche Zwischenstopps zur Treibstoffaufnahme einzulegen, was die Betriebskosten der Strecken spürbar erhöht und die Wirtschaftlichkeit stark belastet.
Branchenanalysten sehen in der langfristigen Absage der Verbindung einen empfindlichen Dämpfer für den kubanischen Tourismussektor, der stark von europäischen Urlaubern abhängt. Das Ausweichen auf Umsteigeverbindungen verlängert die Reisezeiten deutlich und verringert die Gesamtkapazität auf dem Korridor zwischen Spanien und Kuba. Ob eine Wiederaufnahme des Direktflugbetriebs im Sommer 2027 realistisch ist, bleibt von einer nachhaltigen Stabilisierung der kubanischen Energie- und Treibstoffversorgung abhängig.