Israir am Flughafen Eilat-Hozman (Foto: Jan Gruber).
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Israir bereitet Aufnahme von Langstreckenflügen nach New York vor

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Die israelische Fluggesellschaft Israir hat von der US-amerikanischen Bundesluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration die endgültige Erlaubnis erhalten, Linienflüge in die Vereinigten Staaten durchzuführen.

Damit wurde die letzte behördliche Hürde für die geplante Direktverbindung zwischen Tel Aviv und New York genommen. Wie das Unternehmen am 24. August 2026 bekannt gab, soll der Ticketverkauf in Kürze starten. Der Erstreckungsflug von der Hauptbasis auf dem Flughafen Ben Gurion zum John F. Kennedy International Airport in New York war ursprünglich für den 19. Oktober 2026 terminiert, könnte jedoch nach dem positiven Bescheid der US-Behörden auch vorverlegt werden. Mit diesem Schritt kehrt Israir nach einer Abwesenheit von rund 17 Jahren auf den nordamerikanischen Markt zurück und erweitert das eigene Streckennetz, das bisher vor allem auf Kurz- und Mittelstrecken in Europa und dem Mittelmeerraum ausgerichtet war.

Behördliche Zulassung und Vorbereitung des Flugbetriebs

Der Entscheidung der Federal Aviation Administration ging am 18. August 2026 bereits die Genehmigung durch das US-Verkehrsministerium voraus, welche der Fluggesellschaft den Verkauf von Flugtickets auf den transatlantischen Routen erlaubte. Zuvor hatte auch die israelische Zivilluftfahrtbehörde die operationelle Freigabe für das Muster Airbus A330-200 erteilt. Das Unternehmen bewertet die Erteilung der Zulassung durch die Behörden der Vereinigten Staaten als Beleg für die Einhaltung der internationalen Sicherheits- und Betriebsstandards.

Die Aufnahme des Flugbetriebs stellt das Management von Israir vor erhebliche logistische Aufgaben. Um den Betrieb von Langstreckenflugzeugen eigenständig durchführen zu können, musste die Fluggesellschaft in den vergangenen Monaten ein eigenes Programm zur Qualifizierung von Piloten, Kabinenpersonal und Wartungstechnikern umsetzen. Die Fluggesellschaft strebt an, den Flugbetrieb nach New York schrittweise auszubauen. In früheren Veröffentlichungen war von bis zu sechs wöchentlichen Umlaufverbindungen die Rede, jedoch wird der endgültige Flugplan erst mit dem offiziellen Verkaufsstart festgelegt.

Flottenstruktur und Kapazitäten des Airbus A330-200

Für den Einstieg in den Langstreckenverkehr hat Israir zwei Großraumflugzeuge des Typs Airbus A330-200 erworben. Die Flugzeuge mit den Registrierungen 4X-BAK und 4X-BAL wurden ursprünglich im Jahr 2010 an die US-amerikanische Fluggesellschaft US Airways ausgeliefert und gingen nach der Unternehmensfusion in die Flotte von American Airlines über. Während der Coronapandemie im Jahr 2020 zog American Airlines die gesamte A330-Flotte aus dem aktiven Dienst zurück und stellte die Maschinen vorübergehend ab.

Israir übernimmt die Bestuhlung von American Airlines unverändert. Jedes der beiden Flugzeuge verfügt über insgesamt 247 Sitzplätze. Davon entfallen 20 Plätze auf die Business-Klasse mit flachen Liegesitzen, 21 Plätze auf die Premium-Economy-Klasse sowie 206 Plätze auf die reguläre Economy-Klasse. Durch die Beibehaltung der bestehenden Kabinenarchitektur konnten Umbauzeiten verkürzt werden, jedoch übernimmt das Unternehmen damit auch ein Kabinenprodukt, das auf dem Stand der vorherigen Betreibergeneration basiert.

Strategische Ausrichtung im Vergleich zur regionalen Konkurrenz

Mit der Entscheidung, den Langstreckenverkehr mit eigenen Flugzeugen und eigenem Personal durchzuführen, unterscheidet sich Israir von der Geschäftsstrategie der lokalen Konkurrentin Arkia. Während Arkia im Februar 2025 transatlantische Verbindungen unter Rückgriff auf geleaste Großraumflugzeuge und fremdes Kabinenpersonal im Rahmen von sogenannten Wet-Lease-Vereinbarungen aufnahm, setzt Israir auf die vollständige Eigenverwaltung der Kapazitäten.

Dieses Betriebsmodell bietet Israir eine höhere Flexibilität bei der Flugplangestaltung und der Personaleinsatzplanung. Dies gilt insbesondere für Phasen, in denen ausländische Fluggesellschaften oder deren Besatzungen den Betrieb nach Israel aus Sicherheitsgründen aussetzen. Allerdings trägt Israir dadurch auch die vollen betriebswirtschaftlichen Fixkosten, die mit der Instandhaltung, dem Unterhalt und den Personalaufwendungen einer eigenen Langstreckenflotte verbunden sind.

Marktumfeld und Wettbewerb auf der Nordamerika-Route

Auf der Verbindung zwischen Tel Aviv und New York trifft Israir auf einen intensiv umkämpften Markt. Neben der etablierten Heimatgesellschaft El Al, die den Flugverkehr zwischen Israel und den Vereinigten Staaten dominiert, bietet auch Arkia Direktflüge nach New York an. Die Rückkehr von Israir fällt zudem in eine Phase, in der auch große US-amerikanische Fluggesellschaften ihre Kapazitäten in die Region wieder hochfahren wollen.

So plant Delta Air Lines die Wiederaufnahme ihrer täglichen Verbindung zwischen dem John F. Kennedy International Airport in New York und Tel Aviv für den 6. September 2026. United Airlines beabsichtigt, ab dem 8. September 2026 wieder zwei tägliche Flüge vom Flughafen Newark Liberty International in New Jersey nach Tel Aviv durchzuführen. Die Umsetzung dieser Flugpläne bleibt jedoch stark von der Sicherheitslage in der Region abhängig, da Konflikte und zeitweise Luftraumsperrungen in der Vergangenheit wiederholt zu Flugstreichungen und Unterbrechungen des internationalen Luftverkehrs geführt haben. Für Israir bedeutet der Markteintritt daher die Herausforderung, sich im Schatten etablierter Großanbieter zu behaupten und eine ausreichende Auslastung auf der neuen Streckenverbindung zu erzielen.

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