Die italienische Fluggesellschaft ITA Airways nimmt zum Beginn der Wintersaison 2026/2027 am 25. Oktober Anpassungen in ihrem weltweiten Streckennetz vor. Aus Auswertungen von Flugplandaten geht hervor, dass das Unternehmen die bisherigen Frequenzen auf Kernrouten nach Deutschland halbiert.
Die täglichen Doppelverbindungen vom Drehkreuz Rom-Fiumicino nach Frankfurt am Main sowie nach München werden auf jeweils einen täglichen Flug reduziert. Auf den Strecken kommen vorrangig Maschinen der Baureihen Airbus A220-100 und A220-300 zum Einsatz. Ebenfalls leichte Anpassungen betreffen die Strecken nach Brüssel und Zürich, die von 14 auf 13 wöchentliche Umläufe zurückgefahren werden.
Im Langstreckenbereich sieht der Winterflugplan deutliche temporäre Ausdünnungen und Pausierungen vor. Die Verbindung von Rom nach Houston wird ab Ende Oktober dreimal wöchentlich bedient, legt jedoch vom 9. Januar bis zum 28. Februar 2027 eine mehrwöchige Pause ein. Auch die Strecken nach San Francisco sowie Washington Dulles werden zwischen Anfang Januar und Anfang März 2027 vorübergehend komplett ausgesetzt. Demgegenüber stehen punktuelle Aufstockungen im Touristiksegment: Die Frequenz nach Male auf den Malediven wird im ersten Quartal 2027 schrittweise auf bis zu fünf wöchentliche Flüge mit Fluggeräten des Typs Airbus A330-900 erhöht.
Die Kürzungen im Streckennetz erfolgen in einer Übergangsphase vor dem geplanten Vollzug der Übernahme durch den Lufthansa-Konzern. Die Europäische Kommission hatte den Einstieg der deutschen Luftfahrtgruppe unter Auflagen genehmigt, die unter anderem die Freigabe von Slots an den Flughäfen Mailand-Linate und Rom-Fiumicino zur Vermeidung von Monopolstellungen vorsehen. Der endgültige Vollzug der Mehrheitsübernahme durch die Lufthansa wird für Anfang 2027 erwartet. Die aktuellen Kapazitätsanpassungen spiegeln den Versuch wider, unrentable Winterstrecken zu konsolidieren und die Flottenkapazitäten effizienter auf die saisonale Nachfrage auszurichten.
Luftfahrtanalysten werten die Maßnahmen als Vorboten einer umfassenden Abstimmung des Flugplans auf das Streckennetz der Lufthansa Group. Durch das Herausnehmen von Überkapazitäten in schwächeren Reisemonaten reduziert die Airline betriebliche Verluste im saisonalen Tief. Für Passagiere bedeuten die Streichungen im Intersaison-Verkehr jedoch Einschränkungen bei den Umsteigemöglichkeiten in Rom sowie ein verringertes Sitzplatzangebot auf wichtigen innereuropäischen Zubringerstrecken.