Ein vierstündiger beziehungsweise vier Tage andauernder Tarifkonflikt im norwegischen Luftraum ist am Montag nach intensiven Verhandlungen beigelegt worden.
Die Vereinbarung zwischen dem norwegischen Fluglotsenverband Norsk Flygelederforening und dem Arbeitgeberverband Spekter beendete den Ausstand, der seit Freitag zu weitreichenden Flugstreichungen und Verspätungen im ganzen Land geführt hatte. Sämtliche streikenden Lotsen nehmen ihren Dienst schrittweise wieder auf. Der staatliche Flughafenbetreiber Avinor teilte mit, dass sich der Flugbetrieb normalisiere, warnte jedoch vor Nachwirkungen im Flugplan der Airlines.
Die Einigung erfolgte nach sechsstündigen Verhandlungen unter Vermittlung. Die Übereinkunft sieht eine Gehaltserhöhung vor, die sich am norwegischen Leitbranchenmodell orientiert. Details des Kompromisses verbleiben vertraulich. Gegenstand der Auseinandersetzung waren neben Vergütungsfragen vor allem Ruhezeiten, Vorgaben für die Ausbildung von Nachwuchskräften sowie Regelungen für ältere Arbeitnehmer im Schichtdienst. Durch die Vereinbarung wurde eine bereits angekündigte Ausweitung des Streiks auf weitere Lotsen an den Standorten Tromsø sowie im nord- und mittelnorwegischen Luftraum abgesagt.
Der viertägige Arbeitskampf hatte erhebliche Auswirkungen auf das nationale und internationale Streckennetz. Besonders betroffen waren die Drehkreuze Oslo-Gardermoen und Bergen-Flesland. Allein am Sonntag führte eine stundenweise Schließung des Luftraums am Flughafen Oslo zu 72 Flugstreichungen bei der Fluggesellschaft Norwegian, wovon rund 9.000 Passagiere betroffen waren. Auch die Fluggesellschaften SAS und Widerøe mussten zahlreiche Verbindungen absagen oder umleiten, wodurch hunderte Reisende an den Terminals festsaßen.
Avinor-Chef Abraham Foss zeigte sich erleichtert über den Ausgang der Verhandlungen und verwies auf die Belastung für Fluggäste und die auf den Luftverkehr angewiesene Infrastruktur. Beobachter der skandinavischen Luftfahrtbranche betonen, dass die Einigung weitere wirtschaftliche Folgeschäden für die Fluggesellschaften in der auslaufenden Sommerferiensaison abwendet. Dennoch wird die vollständige Normalisierung des Flugbetriebs aufgrund verstreuter Maschinen und Besatzungen noch Zeit in Anspruch nehmen.