Der Tourismus in Österreich verzeichnet für die erste Hälfte der Sommersaison 2026 einen Anstieg der Übernachtungszahlen.
Nach den vorläufigen Auswertungen von Statistik Austria wurden in den Monaten Mai bis Juli insgesamt 41,87 Millionen Nächtigungen in heimischen Beherbergungsbetrieben registriert. Dies entspricht einer Zunahme von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Treibende Kraft dieser Entwicklung war vor allem der Monat Juli mit 19,46 Millionen Nächtigungen und einem Plus von 4,8 Prozent, während die Zahl der Ankünfte in diesem Monat um 9,3 Prozent auf 5,97 Millionen stieg.
Die Nachfrage wurde maßgeblich durch ausländische Gäste getrieben. Die Nächtigungen internationaler Urlauber stiegen im Juli um 5,9 Prozent auf 14,68 Millionen, wohingegen die Übernachtungen von Inlandsgästen ein moderates Plus von 1,7 Prozent auf 4,78 Millionen verzeichneten. Der mit Abstand wichtigste Herkunftsmarkt blieb Deutschland mit 7,18 Millionen Nächtigungen im Juli, gefolgt von den Niederlanden mit 1,53 Millionen sowie Tschechien und der Schweiz. Auch im gesamten bisherigen Kalenderjahr von Januar bis Juli 2026 setzte sich der Trend fort: Die Gesamtzahl der Übernachtungen stieg um 1,8 Prozent auf 96,46 Millionen.
Seitens der Politik wird die Zwischenbilanz als Nachweis für die Leistungsfähigkeit des Sektors gewertet. Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner verwies auf die Bedeutung der Branche als Wirtschaftsmotor für regionale Wertschöpfungsketten, die über das Gastgewerbe hinaus auch den Handel, das Handwerk und den Verkehrssektor erfassen. Angesichts veränderter Wetter- und Nachfragemuster setzt das Ministerium auf das Rahmenkonzept „Vision T“, das eine stärkere Ausrichtung auf den Ganzjahrestourismus und die Stärkung der regionalen Infrastruktur bis zum Jahr 2035 vorsieht.
Wirtschafts- und Branchenexperten betrachten die Entwicklung jedoch mit differenzierter Zurückhaltung. Trotz steigender Nächtigungszahlen stehen viele Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe weiterhin unter starkem betriebswirtschaftlichen Druck. Hohe Energiekosten, gestiegene Lebensmittelpreise und anhaltender Personalmangel schränken die Renditen der Unternehmen ein. Zudem verteilt sich der Nächtigungszuwachs ungleichmäßig über die Bundesländer, weshalb reine Volumenzuwächse nicht zwangsläufig mit einer proportionalen Steigerung des Nettoertrags der einzelnen Betriebe gleichzusetzen sind.