Am Flughafen Zürich ist durch den Verkauf von Mineralwasser in den zollfreien Ladenflächen im Zeitraum von Januar bis Mai 2026 ein Spendenbetrag von 164.024 Schweizer Franken zusammengekommen.
Die Erlöse der gemeinsamen Initiative des Flughafenbetreibers Flughafen Zürich AG und des Schweizer Detailhandels- und Gastronomiekonzerns Avolta gingen an die gemeinnützige Stiftung Schweizer Tafel. Die Organisation nutzt die Mittel zur Finanzierung ihrer Logistik, um überschüssige Nahrungsmittel bei Erzeugern sowie Händlern abzuholen und an soziale Einrichtungen wie Gassenküchen, Frauenhäuser und Notunterkünfte zu verteilen.
Das Kooperationsprojekt besteht seit dem Jahr 2014 im Abflugbereich des Schweizer Drehkreuzes. Bei der Verkaufsaktion wird ein Mineralwasser zum Festpreis von 2,50 Franken angeboten, wovon 50 Rappen pro verkaufter Einheit an wechselnde soziale Initiativen abgeführt werden. Die Schweizer Tafel war die zwölfte Organisation, die im Rahmen der Reihe berücksichtigt wurde. Zu den bisherigen Empfängern der Gelder gehören unter anderem die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe, die Stiftung Wisli sowie das Kinderspital Zürich. Seit Juni 2026 fließen die Einnahmen an den Verein Werkstätte Drahtzug, der Arbeits- und Integrationsplätze für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen bereitstellt.
Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass Modelle dieser Art für Flughafenbetreiber und Retail-Partner eine Möglichkeit darstellen, gesellschaftliches Engagement direkt in die Abläufe des Passagiergeschäfts einzubinden. Durch die hohen Passagierzahlen in den Transitzonen von Großflughäfen lassen sich über Kleinspenden beim Kauf von täglichen Bedarfsartikeln substanzielle Beträge für wohltätige Zwecke generieren. Der Weiterverkauf von Konsumgütern mit integriertem Spendenanteil verlagert dabei einen Teil der finanziellen Unterstützung auf die Kunden des Retail-Sektors.
Kritische Stimmen betonen jedoch, dass solche Initiativen im Umfeld der Flughafengastronomie und des zollfreien Handels auch der Pflege des Unternehmensimages dienen. Während der Großteil des Verkaufserlöses von zwei Franken pro Flasche bei den beteiligten Unternehmen verbleibt, um die Beschaffungs- und Vertriebskosten abzudecken, generiert die Aktion Aufmerksamkeit im Vorfeld des Abflugs. Nichtsdestotrotz stellen die kontinuierlichen Zuweisungen für die unterstützten Hilfsorganisationen eine planbare Einnahmequelle zur Deckung ihrer laufenden Betriebskosten dar.