Die belgisch-niederländische Eisenbahngesellschaft European Sleeper beabsichtigt, in Kooperation mit dem deutschen Eisenbahnverkehrsunternehmen RDC Deutschland ab April 2028 eine direkte Nachtzugverbindung zwischen Brüssel und Malmö einzurichten.
Nach den bisherigen Planungen soll die Strecke dreimal wöchentlich pro Richtung bedient werden. Der vorgesehene Linienweg führt über Antwerpen, Rotterdam, Den Haag, Amsterdam und Kopenhagen. Mit Abfahrtszeiten um etwa 19:00 Uhr und einer Ankunft am Zielort gegen 10:00 Uhr am Folgetag ist eine Gesamtfahrzeit von rund 15 Stunden veranschlagt.
Das Projekt soll die Benelux-Region direkt mit Dänemark und Südschweden verbinden sowie Anschlussmöglichkeiten an die Netze nach London, Paris, Stockholm und Oslo schaffen. Die Bereitstellung des Wagenmaterials obliegt dem Partnerunternehmen RDC, das bereits Liege-, Schlaf- und Sitzwagen für bestehende Verbindungen des Anbieters liefert. Derzeit laufen die Abstimmungen mit den jeweiligen nationalen Schieneninfrastrukturbetreibern. Der formelle Trassenantrag soll im April 2027 eingereicht werden, sodass Fahrpläne und Zwischenhalte bis zur endgültigen Genehmigung vorläufig bleiben.
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund eines anhaltenden Interesses an internationalen Nachtreiseverbindungen, trifft in der operativen Praxis jedoch auf spürbare Hürden. Die Branche kämpft europaweit mit einem Mangel an geeignetem, modernem Schienenfahrzeugmaterial sowie mit komplexen Zulassungsverfahren für grenzüberschreitende Zugläufe. Zudem führen Kapazitätsengpässe auf stark ausgelasteten Schienenkorridoren in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden regelmäßig zu Problemen bei der Zuweisung verlässlicher Trassenzeiten.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die wirtschaftliche Tragfähigkeit privater Nachtzugverbindungen stark von der Preisgestaltung und der Trassenpreisstruktur abhängt. Da European Sleeper bislang weder Fahrpreise noch die genaue Wagenkonfiguration bestätigt hat, bleibt abzuwarten, wie sich das Angebot preislich gegenüber dem etablierten Flugverkehr auf den Strecken zwischen Benelux und Skandinavien positionieren kann. Der Start des Vorhabens bleibt maßgeblich von den behördlichen Trassenzusagen der beteiligten Infrastrukturbetreiber abhängig.