Airbus A321LR (Foto: Lufthansa Technik).
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Bundeswehr vergibt Anfängerausbildung für Luftwaffenpiloten an Lufthansa-Tochter

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Die Deutsche Luftwaffe zieht Konsequenzen aus internen Ausbildungskapazitäten und verlagert die fliegerische Grundschulung ihres Pilotennachwuchses an einen privaten Dienstleister. Der Zuschlag für den mehrjährigen Ausbildungsvertrag ging an die Lufthansa Aviation Training (LAT), eine Tochtergesellschaft des Lufthansa-Konzerns.

Als zentraler Schulungsstandort wurde der Flughafen Rostock-Laage ausgewählt, an dem das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren zivile Flugschüler im Sicht- und Instrumentenflug unterweist. Damit greift die Bundeswehr auf bestehende Strukturen der zivilen Luftfahrtschule zurück, um die ersten Flugstunden angehender Militärflugzeugführer abzuwickeln.

Die Kooperation umfasst die theoretische und praktische Anfängerausbildung auf propellergetriebenen Schulflugzeugen, bevor die Flugschüler für spezialisierte Ausbildungsabschnitte auf Jet- oder Transportmuster an militärische Standorte im In- und Ausland wechseln. Die Vergabe der Grundausbildung an zivile Dienstleister ist in NATO-Staaten kein neues Modell; Streitkräfte in mehreren europäischen Nachbarländern nutzen ähnliche Kooperationsformen, um eigene Instandhaltungs- und Personalressourcen bei den Streitkräften zu entlasten. Durch die Nutzung der zivilen Flotte der Lufthansa-Tochter können feste Flugstundenkontingente ohne eigene Flugzeugbeschaffung durch den Bund eingekauft werden.

Branchenexperten und Militäranalysten bewerten die Vergabe zweischneidig. Einerseits ermöglicht der Rückgriff auf einen etablierten zivilen Anbieter eine flexible und verlässliche Durchführung der ersten Schulungsphasen ohne den Aufbau eigener Infrastruktur an Bundeswehr-Fliegerhorsten. Andererseits verweist die Auslagerung auf anhaltende Engpässe bei eigenen Trainingsflugzeugen und Fluglehrern innerhalb der Streitkräfte. Kritische Stimmen betonen zudem, dass zivile Ausbildungsstandards zwar solide Grundlagen schaffen, die militärspezifischen Anforderungen im Flugbetrieb jedoch erst in den nachfolgenden Abschnitten geschult werden können.

Der Standort Rostock-Laage baut durch die Auftragsvergabe seine Position als kombinationsgenutzter Verkehrs- und Schulungsflughafen weiter aus. Neben dem zivilen Passagierverkehr und den Schulungsaktivitäten der Lufthansa Aviation Training ist dort auch das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ stationiert, das die Eurofighter-Pilotenausbildung der Luftwaffe durchführt. Der Start des neuen Schulungsprogramms erfordert eine genaue Abstimmung der zivilen und militärischen Flugbewegungen im Luftraum über Mecklenburg-Vorpommern.

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