Die niederländische Fluggesellschaft KLM beendet die mehrjährige Zwischenlagerung von vier Regionalflugzeugen des Typs Embraer E195-E2 auf dem Flughafen Twente.
Nach mehr als zwei Jahren Abstellzeit wird mit der Maschine mit dem Kennzeichen PH-NXE das letzte der dort geparkten Flugzeuge für die Wiederaufnahme des Flugbetriebs vorbereitet. Zuvor wurden bereits zwei Einheiten mit den Registrierungen PH-NXA und PH-NXB wieder in das Streckennetz integriert, während eine dritte Maschine (PH-NXD) zur umfassenden technischen Überprüfung an einen Wartungsbetrieb in Bratislava überführt wurde.
Der Grund für die langwierige Einlagerung der modernen Jetflotte lag in anhaltenden Triebwerksproblemen der Baureihe PW1900G des Herstellers Pratt & Whitney. Wegen erforderlicher Inspektionen, modifizierter Bauteile und weltweiter Engpässe in den Lieferketten für Ersatzteile standen zahlreiche Flugzeuge dieses Typs bei internationalen Fluggesellschaften am Boden. Die Tochtergesellschaft KLM Cityhopper nutzte die in Twente abgestellten Maschinen im Rahmen der Flottenlogistik zeitweise auch als Ersatzteilspender, um den Betrieb der verbleibenden aktiven E195-E2-Flotte aufrechtzuerhalten.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die langwierige Außerdienststellung von Flugzeugen erhebliche betriebswirtschaftliche Kosten verursacht. Neben den Standgebühren auf dem Flugplatz Twente belasten entgangene Ticketerlöse und zusätzliche Aufwendungen für Triebwerkswartungen die Bilanz der Airline. Zudem erfordert die Reaktivierung von Flugzeugen, die über einen langen Zeitraum konserviert waren, aufwendige Überprüfungsverfahren der Systemelektronik, Hydraulik und Triebwerkseinheiten vor der behördlichen Wiederzulassung für den Passagierverkehr.
Mit der schrittweisen Rückkehr der Maschinen kann KLM Cityhopper ihre Kapazitäten auf den europäischen Regionalstrecken ab dem Drehkreuz Amsterdam Schiphol wieder aufstocken. Die Aufarbeitung der Triebwerksengpässe durch den Hersteller verläuft jedoch branchenweit schleppend, sodass Fluggesellschaften weiterhin vorsichtige Reservekapazitäten einplanen müssen. Die vollständige Eingliederung der letzten Embraer-Jets sichert dem Unternehmen wieder den vollen Einsatz der eigenen Flottenstärke im europäischen Zubringerverkehr.