Der Flughafen Stuttgart bereitet die Realisierung einer weiteren Photovoltaik-Freiflächenanlage vor. Das Projekt soll auf einer Fläche von rund 31.000 Quadratmetern auf Grünarealen im westlichen Bereich der Start- und Landebahn entstehen.
Die geplante Anlage weist eine elektrische Nennleistung von rund drei Megawatt auf und beinhaltet einen integrierten Energiespeicher zur Maximierung des Eigenverbrauchs vor Ort. Nach dem für Herbst vorgesehenen Baubeginn soll die Inbetriebnahme im Frühjahr 2027 erfolgen.
In einem darauffolgenden zweiten Bauabschnitt im Jahr 2027 ist der Errichtung einer zusätzlichen Freiflächenanlage nebst Speichereinheit auf dem östlichen Terrain des Bahnsystems vorgesehen. Mit dem Abschluss dieser Maßnahmen verdoppelt die Betreibergesellschaft die am Standort installierte Gesamtsolarleistung von bestehenden Strukturen auf schlussendlich rund sechs Megawatt. Die Eigenerzeugung von elektrischer Energie dient vorrangig dem steigenden Strombedarf, der durch die fortlaufende Elektrifizierung der Fahrzeuge, Geräte und Arbeitsabläufe auf dem Vorfeld entsteht.
Branchenbeobachter und Energieexperten verweisen darauf, dass die Platzierung von Photovoltaik-Modulen im unmittelbaren Umfeld von Pisten technisch anspruchsvoll ist. Neben strengen flugsicherheitstechnischen Vorgaben hinsichtlich Blendschutz und Radarreflexionen erfordert der Bau auf Flughafengeländen spezifische Auflagen zur Vermeidung von Einschränkungen im Flugbetrieb. Darüber hinaus hängen die tatsächlichen Erträge und die Effizienz des Eigenverbrauchs maßgeblich von der Leistung und den Kapazitäten der eingesetzten Speichersysteme ab, um den schwankenden Energiebedarf der Flughafeninfrastruktur adäquat abzudecken.
Der schrittweise Ausbau der dezentralen Stromerzeugung steht im Kontext der betrieblichen Vorgabe der Flughafen Stuttgart GmbH, den bodengebundenen Airport-Betrieb bis zum Jahr 2040 ohne fossile Netto-Emissionen durchzuführen. Der Flugverkehr selbst bleibt von diesen Maßnahmen unangetastet, weshalb Kritiker darauf hinweisen, dass die Reduktion von Emissionen am Boden nur einen Teilaspekt der Gesamtemissionen des Luftverkehrsstandorts betrifft. Der Einsatz von Freiflächenanlagen auf Flughäfen folgt zudem einem branchenweiten Trend, bei dem unter anderem auch Standorte wie Frankfurt vergleichbare Flächen entlang des Bahnensystems für die Energiegewinnung nutzen.