Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair dehnt ihr Flugangebot am Bodensee-Airport Friedrichshafen auf die Winterflugplanperiode aus.
Ab dem 26. Oktober 2026 fliegt die Fluggesellschaft die spanische Insel Palma de Mallorca zweimal wöchentlich, jeweils an den Verkehrstagen Freitag und Sonntag, vom regionalen Flughafen in Baden-Württemberg aus an. Bislang wurde die Route lediglich während der Sommermonate bedient. Das Flugangebot ergänzt die bestehende Ganzjahresverbindung nach Alicante, womit der Carrier zwei Zielorte auf der Iberischen Halbinsel im Winter ab Friedrichshafen bedient.
Die Flughafenleitung bewertet die Aufnahme der Ganzjahresverbindung als Schritt zur Stabilisierung der Passagierzahlen am Standort. Nach turbulenten Jahren und Anpassungen im Streckennetz versucht der Flughafen Friedrichshafen, seine Position im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz zu festigen. Neben den Flugverbindungen strebt die Betreibergesellschaft eine Aufwertung der Infrastruktur und der Gastronomieangebote im Terminal an, um zusätzliche Einnahmen abseits des reinen Flugbetriebs zu generieren und die wirtschaftliche Basis des Regionalflughafens zu breiter abzusichern.
Vertreter der Fluggesellschaft verweisen im Kontext der Entscheidung auf die Rahmenbedingungen des deutschen Luftverkehrsmarktes. Trotz der Aufstockung in Friedrichshafen kritisiert der Carrier die Höhe der staatlichen Abgaben in Deutschland, insbesondere die Anpassungen der Luftverkehrsteuer sowie die Entgelte für Flugsicherung und Luftsicherheit. Diese Ausgabenstruktur begrenze die Kapazitätsentscheidungen und schränke das weitere Wachstum an deutschen Stationen im Vergleich zu anderen europäischen Märkten ein.
Branchenbeobachter merken an, dass die Ausweitung von Winterrouten an Regionalflughäfen stets mit betriebswirtschaftlichen Risiken behaftet ist. Die Auslastung von Ferienverbindungen außerhalb der Sommermonate fällt erfahrungsgemäß schwächer aus, was regelmäßige Überprüfungen der Streckenrentabilität durch die Airlines nach sich zieht. Für den Flughafen Friedrichshafen bleibt die Bindung von Low-Cost-Anbietern wichtig, um die vorhandene Terminalkapazität auszulasten, stellt den Betreiber aufgrund der Kurzfristigkeit von Airline-Entscheidungen jedoch vor kontinuierliche Planungsherausforderungen.