Die skandinavische Fluggesellschaft SAS hat ihre für den Herbst geplante Flugverbindung vom Flughafen Kopenhagen zum internationalen Flughafen Dubai-Al Maktoum vor dem geplanten Erstflug aus den Buchungssystemen entfernt.
Die Route sollte ursprünglich am 25. Oktober 2026 aufgenommen und als tägliche Verbindung mit einem Schmalrumpfflugzeug vom Typ Airbus A320neo durchgeführt werden. Mit der Streichung der Strecke verschiebt sich die vorgesehene Wiederaufnahme von Flügen in das Emirat Dubai auf unbestimmte Zeit. Die Airline hatte die Metropole am Persischen Golf zuletzt im Jahr 2011 regulär im Flugplan geführt.
Die Planungen sahen tägliche Nachtflüge ab Dänemark vor, die den Flughafen Dubai-Al Maktoum am darauffolgenden Morgen erreichen sollten, gefolgt von einem Rückflug am späten Vormittag nach Kopenhagen. Der Einsatz von Mittelstreckenflugzeugen des Typs A320neo auf dieser Distanz erfordert aufgrund der Flugdauer von knapp sechs Stunden eine angepasste Kabinenlogistik. Der Verzicht auf die Aufnahme der Strecke deutet darauf hin, dass die Nachfrage im Vorverkauf hinter den Erwartungen des Managements zurückblieb oder die operativen Rahmenbedingungen eine rentable Durchführung nicht zuließen.
Branchenbeobachter verweisen auf den intensiven Wettbewerb auf den Routen zwischen Nordeuropa und der Golfregion. Mit etablierten Anbietern wie Emirates, die den Hauptflughafen Dubai International direkt mit Großraumflugzeugen anfliegen, steht SAS in starker Konkurrenz. Zudem hat die Fluggesellschaft nach ihrem Beitritt zur Luftfahrtallianz SkyTeam ihre Streckennetzplanung neu ausgerichtet. Die Anbindung an den noch im Ausbau befindlichen Sekundärflughafen Al Maktoum bot möglicherweise nicht die notwendigen Umsteigeverbindungen, um den Kurs ganzjährig wirtschaftlich auszulasten.
Kritische Stimmen aus der Luftfahrtbranche betonen, dass der geplante Einsatz von A320neo-Maschinen auf solchen Langstreckenprofilen bezüglich des Passagierkomforts im Vergleich zu Großraumflugzeugen Nachteile aufweist. Das Fehlen von Breitkörperkabinen und beschränkte Frachtkapazitäten schränken die Erlösmöglichkeiten abseits des reinen Ticketverkaufs ein. Ob und zu welchem Zeitpunkt SAS einen erneuten Versuch unternehmen wird, den Markt im Nahen Osten von ihren skandinavischen Drehkreuzen aus zu bedienen, bleibt vorerst offen.