Die französische Langstrecken-Billigfluggesellschaft French Bee setzt während eines mehrtägigen Streiks ihres Kabinenpersonals auf Ersatzkapazitäten der spanischen Chartergesellschaft Wamos Air.
Die Arbeitsniederlegung der Flugbegleiter hat am Donnerstag begonnen und soll nach Gewerkschaftsangaben bis zum 31. August andauern. Hintergrund des Ausstands sind festgefahrene Tarifverhandlungen, in denen die Arbeitnehmervertretungen höhere Grundgehälter, bessere Dienstplanregelungen sowie Anpassungen bei den Arbeitsbedingungen auf den Langstreckenverbindungen einfordern.
Trotz des Streiks versucht die Fluggesellschaft, das reguläre Flugprogramm weitgehend aufrechtzuerhalten. Durch den Einsatz von Wamos-Air-Flugzeugen samt Besatzungen im Wege des sogenannten Wet-Lease sollen Flugstreichungen auf den stark frequentierten Routen minimiert werden. Dennoch treten im Streckennetz Beeinträchtigungen auf. Nach Angaben der Gewerkschaft musste ein für Freitag geplanter Kurs von Paris-Orly nach Los Angeles abgesagt werden. Hauptsächlich betroffen sind Verbindungen über den Atlantik sowie Strecken in die französischen Überseegebiete.
Nach Gewerkschaftsschätzungen belaufen sich die Aufwendungen für die kurzfristige Anmietung der Wamos-Air-Maschinen und deren Personal auf rund acht Millionen Euro für die Dauer der Streikwoche. Luftfahrtbranchenkenner verweisen darauf, dass der Rückgriff auf externe Wet-Lease-Kapazitäten in Tarifauseinandersetzungen zwar die unmittelbaren Ausfallkosten reduziert, jedoch zu erheblichen operativen Zusatzbelastungen führt. Zudem stößt das Ausweichen auf fremde Fluggesellschaften bei den eigenen Beschäftigten auf Kritik und erschwert die Verhandlungen für eine finale Einigung.
Der Tarifkonflikt fällt in eine Phase hoher Nachfrage im Urlaubsreiseverkehr der Sommermonate. French Bee, die zur Dubreuil-Gruppe gehört und ausschließlich Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A350 betreibt, steht unter Druck, die Flotte maximal auszulasten. Längere Arbeitskämpfe und die damit verbundenen Kosten für Ersatzkapazitäten belasten die Ertragslage des Low-Cost-Langstreckenanbieters, der in starkem Wettbewerb mit etablierten Netzwerk-Carriers auf den Transatlantikrouten steht.