Das österreichische Bundesheer stellt derzeit knapp 1.000 Angehörige des Militärs für laufende Aufgaben im In- und Ausland bereit.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums stehen im August rund 540 Soldaten in internationalen Friedens- und Beobachtermissionen im Dienst, während weitere 480 Kräfte für sicherheitspolizeiliche Assistenzeinsätze innerhalb Österreichs gebunden sind. Die Einsätze im Inland erfordern den Einsatz von Kaderpersonal sowie speziell ausgebildeten Milizsoldaten, um zivile Sicherheitsbehörden bei der Objekt- und Grenzüberwachung zu unterstützen.
Der Schwerpunkt der inländischen Maßnahmen liegt auf dem sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz an den Staatsgrenzen im Burgenland, in der Steiermark, in Kärnten und in Tirol, wo mehr als 400 Soldaten die Landespolizeidirektionen bei der Grenzkontrolle unterstützen. Zudem bewachen über 80 Angehörige des Heeresschutzes im Wiener Stadtgebiet gefährdete Objekte, darunter ausländische Vertretungen sowie Einrichtungen der Israelitischen Kultusgemeinde. Die rechtliche Grundlage dieser Assistenzeinsätze beruht auf Anforderungen des Innenministeriums und soll zivile Polizeikräfte entlasten.
Das größte Auslandskontingent stellt das Bundesheer im Rahmen der UNIFIL-Mission im Libanon mit rund 170 Kräften. Einen weiteren regionalen Schwerpunkt bildet der Westbalkan mit 150 Soldaten bei KFOR im Kosovo sowie 220 Kräften im Rahmen der EUFOR-Operation Althea in Bosnien und Herzegowina. Ergänzend beteiligt sich das österreichische Militär mit kleineren Beobachtergruppen an internationalen Mandaten der Vereinten Nationen, der EU und der OSZE in Regionen wie Armenien, Moldau, Georgien, Zypern und im Nahen Osten.
Zusätzlich zu den fest eingeplanten Routine- und Überwachungsaufgaben ziehen Naturkatastrophen regelmäßig kurzfristige Hilfseinsätze nach sich. Im Jahresverlauf kamen Heereshubschrauber und Pionierkräfte wiederholt nach Lawinenlagediensten, Murenabgängen wie in Sölden sowie bei Unwettern im Kaunertal zum Einsatz. Auch zur Brandbekämpfung aus der Luft wurden die Luftstreitkräfte im bisherigen Jahresverlauf mehrfach angefordert, was die Abhängigkeit der zivilen Rettungskräfte von militärischer Schwerinfrastruktur verdeutlicht.